Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Bundesstraße 7

Bundesstraße 7

Die Bundesstraße 7 (Abkürzung: B 7) führt von der niederländischen Grenze bei Venlo bis nach Rochlitz in der Nähe von Chemnitz. Sie ist etwa 530 Kilometer lang. Aufgrund des westlichen Streckenendpunktes trägt die B 7 innerorts, so in Kassel, Calden und auch anderen Städten, den Straßennamen "Holländische Straße".

Streckenverlauf

Städte entlang der Bundesstraße 7 sind:
- in Nordrhein-Westfalen
  - Nettetal-Kaldenkirchen an der deutsch-niederländischen Grenze, Willich, Kaarst (als A 52), Neuss (als A 52), Düsseldorf, Mettmann, Wuppertal, Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal, Hagen, Iserlohn, Hemer, Menden (Sauerland), Arnsberg, Meschede, Bestwig, Brilon, Marsberg, Warburg
- in Hessen
  - Kassel, Eschwege
- in Thüringen
  - Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena, Gera, Altenburg
- im Freistaat Sachsen
  - Geithain, Rochlitz

Geschichte

Rochlitz]] Die ehemalige Reichsstraße 7 führte von Schmölln über Meerane, Glauchau, Chemnitz und Freiberg bis nach Dresden, wo sie in die Reichsstraße 6 mündete. Der historische Streckenverlauf zwischen Chemnitz und Dresden wird heute von der Bundesstraße 173 abgedeckt. Der Streckenabschnitt zwischen Wuppertal und Hagen wurde bereits 1788 fertiggestellt und ist damit eine der ältesten Kunststraßen in Westdeutschland. Der Abschnitt zwischen Iserlohn und Menden (Sauerland) wurde 1816/1817 erbaut. Zwischen Eisenach und Erfurt folgt die Bundesstraße 7 dem historischen Verlauf der Via Regia. Die ursprüngliche Planung beinhaltete Dresden als östlichen Endpunkt der B 7, jedoch wurde ein Teil dieser Strecke als B 173 im 3. Reich eingeführt.

Aktuelle Entwicklung

In einigen Bereichen wird die Bundesstraße 7 von Autobahnen ersetzt. So zum Beispiel die Bundesautobahn 46 zwischen Hagen-Hohenlimburg und Hemer sowie zwischen Arnsberg-Neheim-Hüsten und Bestwig. Außerdem soll die B 7 zwischen Kassel und Eisenach durch den Neubau/Weiterbau der Bundesautobahn 44 ersetzt werden. Das erste Teilstück bei Hessisch Lichtenau ist im Oktober 2005 eröffnet würden. Es gibt aber auch Klagen der Umweltschützer gegen das Projekt, da die Autobahn durch dem Naturpark Meißner-Kaufunger Wald verlaufen soll.

Weblinks


- [http://www.strassenimpressionen.com http://www.strassenimpressionen.com] - weitere Bilder der Bundesstraße 7 ----- siehe auch: Liste der Bundesstraßen in Deutschland 007

Venlo

Venlo ist eine Stadt in den Niederlanden in der Provinz Limburg mit 92.196 Einwohnern (1. Juni 2005). Venlo wurde am Anfang des 11. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war früher eine Hansestadt. Seit dem 1. Januar 2001 bilden die bisher eigenständigen Gemeinden Vanlow, Belfeld und Tegelen die neu gegründete Gemeinde Venlo (niederländisch Gemeente Venlo). Durch den Ort fließt die Maas. Die Gemeinde liegt direkt an der Grenze zu den Kreisen Kleve und Viersen in Deutschland. Die geographische Nähe macht sie zu einem beliebten Einkaufsort für Deutsche, die dort insbesondere an deutschen Feiertagen vor allem wegen eines geringeren Kaffeepreises und manche auch wegen der bis vor Kurzem in den Niederlanden tolerierten Cannabisprodukte hinfahren. Der zunehmende Drogentourismus von Deutschen in den fünf Coffee Shops macht der Stadt und ihren Bürgern seit Jahren zu schaffen. Bekannt ist Venlo ebenso durch das Limburgs Museum und den Supermarkt „Die 2 Brüder von Venlo“. Venlo liegt an den deutschen Autobahnen A61 und A40. Der Bahnhof Venlo ist Intercity-Station der Nederlandse Spoorwegen, ferner verkehren Regionalzüge der NS in Richtung Roermond, Maastricht im Süden, Eindhoven im Westen, sowie Nimwegen und Arnheim im Norden. Nach Deutschland verkehren Regionalzüge der DB in Richtung Mönchengladbach, Düsseldorf.

Namensursprung

Der Ursprung des Ortsnamen ist unsicher. Eine Theorie besagt, dass die Silbe „Ven-" auf feuchtes Gebiet hinweist („Morast“). Zusammen mit der Silbe „lo“ bedeutet Venlo also: „Morast im Wald“.

Wappen

Das Venloer Wappen besteht aus zwei horizontalen Streifen, der obere ist rot, der untere blau. Der Wappenspruch lautet: „Festina lente, cauta fac omnia mente" („Eile mit Weile und tue alles mit Verstand").

Bauwerke


- Renaissance-Rathaus
- Kath. St. Martinskirche
- Reformierte Kirche
- Jugendstilbauten

Söhne und Töchter der Stadt


- Henri Alexis Brialmont, General und Militärschriftsteller

Partnerstädte


- Krefeld (Deutschland)
- Klagenfurt (Österreich)
- Gorizia (Italien)

Weblinks


- http://www.venlo.nl
- http://www.limburgsmuseum.nl/ (Limburgs Museum) Kategorie:Ort in den Niederlanden

Chemnitz

Chemnitz [] ist eine Stadt im Westen des Freistaates Sachsen. Mit knapp 250.000 Einwohnern ist sie nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt sowie eines der sechs Oberzentren des Bundeslandes. Chemnitz hat den Status einer kreisfreien Stadt und ist Sitz des gleichnamigen Regierungsbezirks. Die Stadt bildet neben Zwickau einen Kern der „Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau“ und ist Bestandteil der „Metropolregion Sachsendreieck“. Der Name „Chemnitz“ leitet sich vom Fluss gleichen Namens her, der die Stadt durchfließt. Dessen Name wiederum geht auf die slawische Bezeichnung Kamjenica (= Steinbach im Sorbischen; kamjeń = Stein; vgl. Kamenz) zurück. Vom 10. Mai 1953 bis zum 1. Juni 1990 hieß Chemnitz Karl-Marx-Stadt. Die Einwohnerzahl der Stadt Chemnitz überschritt ca. 1883 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. __TOC__

Geografie

Chemnitz liegt im so genannten Erzgebirgischen Becken, in einer weiten Talmulde am Fluss Chemnitz, umrahmt von Ausläufern des Erzgebirges im Süden, von Höhen des Mittelsächsischen Berglandes im Norden und vom Beutenberg im Osten. Grundlage des Erzgebirgischen Beckens bildet eine Formation „Rotliegendes“, die sich seit dem Oberkarbon gebildet hat. Siehe dazu auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Chemnitz. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:
- im Landkreis Freiberg: Niederwiesa, Flöha und Augustusburg
- im Mittleren Erzgebirgskreis: Gornau/Erzgeb. und Amtsberg
- im Landkreis Stollberg: Burkhardtsdorf und Neukirchen/Erzgeb.
- im Landkreis Chemnitzer Land: Oberlungwitz, Hohenstein-Ernstthal, Callenberg, Limbach-Oberfrohna und Niederfrohna
- im Landkreis Mittweida: Hartmannsdorf, Burgstädt, Lichtenau und Frankenberg

Stadtgliederung

Frankenberg Das Stadtgebiet von Chemnitz ist in 39 Stadtteile eingeteilt. Die Stadtteile Einsiedel, Euba, Grüna, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung. Für diese Ortschaften gibt es jeweils einen Ortschaftsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen 10 und 16 Mitglieder hat sowie einen Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Eine endgültige Entscheidung obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gesamtstadt Chemnitz.
Die Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
¹ zugleich Ortschaft

Geschichte

Übersicht über die Stadtgeschichte von Chemnitz

Im Jahre 1136 wurde bei Chemnitz durch König Lothar III. ein Benediktinerkloster gegründet, das 1143 das Marktrecht erhielt. In einiger Entfernung des Klosters wurde vermutlich nach 1170 durch den König in der Nähe einer Furt durch den Fluss Chemnitz eine stadtähnliche Siedlung gegründet, die schon bald darauf in die Aue verlegt wurde. Bis 1308 war Chemnitz freie Reichsstadt. Schon im Mittelalter war es ein Wirtschaftszentrum, insbesondere durch das im 14. Jahrhundert erhaltene Bleichprivileg. Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde Chemnitz ein Standort der Industrie mit sehr hohem BSP, ab 1800 wurde die Spinnerei maschinell betrieben. Die Ursprünge gehen auf Johann Esche aus Limbach zurück. Daraufhin wuchs er rasch an, man bezeichnete ihn als „Sächsisches Manchester“, „Ruß-Chamtz“ oder auch als „Rußnitz“. Chemnitz wurde eine der bedeutendsten Industriestädte Deutschlands. Chemnitz wurde schon früh Sitz eines Verwaltungsbezirks (Amtshauptmannschaft) innerhalb der Kreishauptmannschaft Zwickau des Staates Sachsen. Im Jahre 1874 schied die Stadt aus der Amtshauptmannschaft Chemnitz aus und wurde eine „exemte Stadt“, welche man später als kreisfreie Stadt bezeichnete. Sie blieb aber weiterhin Sitz der Amtshauptmannschaft, aus welcher später der Landkreis Chemnitz hervorging. 1900 wurde die Kreishauptmannschaft Chemnitz als Vorläufer des heutigen Regierungsbezirks Chemnitz gebildet. 1910 entstand die Amtshauptmannschaft Stollberg aus Teilen der Amtshauptmannschaft Chemnitz. Amtshauptmannschaft Stollberg Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Chemnitz stark zerstört, vor allem bei den anglo-amerikanischen Bombardierungen am 5. März 1945. Nach Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952 wurde Chemnitz Sitz eines Bezirks, der infolge der am 10. Mai 1953 auf Beschluss der DDR-Regierung erfolgten Umbenennung der Stadt Chemnitz in „Karl-Marx-Stadt“, zu Ehren von Karl Marx, ebenfalls in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt wurde. Im Vorfeld des Beitritts Sachsens zur BRD wurde am 23. April 1990 eine Volksabstimmung über den künftigen Namen der Stadt abgehalten. Dabei stimmten 76 % der Bürger für den alten Namen „Chemnitz“. Die offizielle Rückbenennung erfolgte am 1. Juni 1990, also noch vor dem formellen Beitritt der DDR zur BRD. Nach Wiedererrichtung des Landes Sachsen 1990 wurde auch der Bezirk Karl-Marx-Stadt aufgelöst. Im Rahmen der Kreisreform in Sachsen 1994 wurde der Landkreis Chemnitz aufgelöst. Ein Teil wurde mit den Landkreisen Hohenstein-Ernstthal und Glauchau zum neuen Landkreis Chemnitzer Land zusammen geschlossen. Der andere Teil ging im Landkreis Mittweida auf, einige Gemeinden kamen auch zum Mittleren Erzgebirgskreis. Chemnitz selbst blieb eine kreisfreie Stadt. Mitte der 1990er Jahre begann die Bebauung der innerstädtischen Bauflächen um das Rathaus zu einem neuen Stadtkern, welche nach rund 10 Jahren noch nicht abgeschlossen ist. Zu dieser Bildung einer neuen Mitte wurden vor allem Kaufhäuser und Einkaufszentren im Bereich des Marktes angesiedelt.

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Chemnitz eingegliedert:
- 1844 Niklasgasse
- 1880 Schlosschemnitz
- 1894 Altchemnitz
- 1900 Gablenz, Kappel und Altendorf
- 1904 Hilbersdorf
- 1907 Bernsdorf
- 1909 Helbersdorf
- 1913 Borna und Furth
- 1914 Markersdorf und Ebersdorf
- 1922 Heinersdorf
- 1926 Rottluff
- 1929 Reichenhain
- 1950 Adelsberg, Erfenschlag, Glösa, Harthau, Rabenstein und Stadt Siegmar-Schönau (gebildet am 1. Oktober 1935 durch den Zusammenschluss von Siegmar und Schönau; zur Stadt gehörten auch die ehemaligen Gemeinden Reichenbrand und Stelzendorf)
- 1994 Euba
- 1997 Einsiedel (mit dem bereits am 15. Juli 1936 eingegliederten Berbisdorf), Klaffenbach und Kleinolbersdorf-Altenhain
- 1999 Röhrsdorf, Grüna, Wittgensdorf und Mittelbach

Einwohnerentwicklung

1999 Auch Chemnitz ist seit etwa 1989 von einem starken Bevölkerungsrückgang betroffen. So verlor die Stadt – gemessen am heutigen Gebietsstand – seit 1990 mehr als 20 % ihrer Einwohner. Trotz zahlreicher Eingemeindungen in den 1990er Jahren (s. o.) konnte der negative Bevölkerungstrend nur kurzzeitig gestoppt werden. Die Einwohnerzahl der Stadt fiel im Dezember 2003 (lt. Statistischem Landesamt des Freistaates Sachsen) unter die Grenze von 250.000. Schätzungen ergaben, dass sich die Einwohnerzahl bis zum Jahre 2020 wahrscheinlich zwischen 220.000 und 230.000 einpendeln wird. Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1860 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen statistischen Ämter bzw. um Angaben der Stadtverwaltung. ² Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Gebietsstand jeweils zum 1. Januar des Folgejahres)

Religionen

Siehe auch unter „Weblinks“. Die Bevölkerung der Stadt Chemnitz gehörte anfangs zum Bistum Meißen. Die Stadt war bereits ab 1254 Sitz eines Archidiakonats. Ab 1313 war der jeweilige Abt des Benediktinerklosters der Archidiakon. 1539 wurde die Reformation eingeführt und mit dem Pfarrer in St. Jacobi eine Superintendentur verbunden. 1540 wurden die noch bestehenden Klöster aufgehoben. Danach war Chemnitz über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch kamen im 16. Jahrhundert auch reformierte Bestrebungen auf, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Chemnitz blieb innerhalb Sachsens stets Sitz einer Superintendentur. Heute bezeichnet man diesen Verwaltungsbezirk als Kirchenbezirk. Die Kirchengemeinden der Stadt gehören alle zu diesem Kirchenbezirk innerhalb der Region Chemnitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Der Kirchenbezirk Chemnitz umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt Chemnitz. Innerhalb der Evangelischen Landeskirche gibt es in Chemnitz auch eine Landeskirchliche Gemeinschaft. Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. Diese gründeten alsbald auch wieder eine eigene Pfarrgemeinde. Wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen gehörte auch die Gemeinde in Chemnitz zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zuständiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 (wieder) das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Chemnitz wurde innerhalb des Bistums Meißen Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb von Chemnitz gehören. Neben den beiden großen Kirchen können auch viele Gemeinden verschiedener Freikirchen auf ein langes Wirken in Chemnitz zurückblicken, darunter eine Altlutherische Gemeinde, die Elim-Gemeinde (Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), eine Evangelisch-Freikirchliche Baptistengemeinde, die Heilsarmee, eine Evangelisch-Freikirchliche Brüdergemeinde, zwei Evangelisch-methodistische Gemeinden (Methodisten) sowie ein in der Evangelisch-methodistischen Kirche beheimatetes Klinikum (Bethanien), eine Evangelisch-reformierte Gemeinde (diese gehört zur Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer) und eine freie evangelische Gemeinde. Das Leben der Stadt Chemnitz wurde durch eine, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene, lebendige jüdische Gemeinde stark geprägt. Im Jahr 1879 fand die erste Bestattung auf dem jüdischen Friedhof im Stadtteil Altendorf statt und 1899 konnte die erste Chemnitzer Synagoge am Stephansplatz eingeweiht werden. 1923 hatte die jüdische Gemeinde mit 3.500 Mitgliedern ihren Höchststand erreicht. Es gab 26 jüdische Vereine und jeder dritte der 600 Chemnitzer Fabrikanten, jeder zehnte Arzt sowie viele Künstler waren Juden. Durch den NS-Terror verloren, wie in ganz Europa, viele jüdische Bürger ihr Leben oder mussten fliehen. Auch die Synagoge wurde zerstört. Ab 1945 gab es wieder eine winzige Gemeinde. 1957 hatte sie gerade noch 35 Mitglieder und 1989 war die Gemeinde auf 12 Personen geschrumpft. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD stieg die Zahl durch Zuwanderung aus ehemaligen GUS-Ländern auf heute ca. 650 Mitglieder. Außerdem wurde im Jahr 2002 eine neue Synagoge geweiht. Etwa 80 % der Bevölkerung gehören keiner Religion an.

Politik

2002 Im Jahre 1298 ist für Chemnitz bereits ein Bürgermeister und ein Rat bezeugt, die beide an der Spitze der Stadtverwaltung standen.
Im 14. Jahrhundert hatte der Rat mit dem Bürgermeister insgesamt 12 Mitglieder. Ab 1415 gab es drei Räte, der „alte Rat“ (vom Vorjahr), der „neue Rat“ und der „ruhende Rat“, wobei der alte und neue Rat zusammen den „voll sitzenden Rat“ ergaben. Ihm stand der Bürgermeister vor. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es nur noch ein Ratskollegium. 1831 wurde eine neue Städteordnung eingeführt. Danach wählten die Bürger ihre Vertretung, die ihrerseits den Bürgermeister und die besoldeten Stadträte wählte. Mit dem Ausscheiden der Stadt Chemnitz aus der Amtshauptmannschaft 1874 erhielt der Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die sowjetische Besatzungsmacht den „Rat der Stadt“ beziehungsweise die Stadtverordnetenversammlung ein. In der DDR fanden Wahlen statt, bei denen es oft nur eine Möglichkeit gab zu wählen. Es wurde starker direkter und indirekter Druck auf nicht linienkonforme Teile der Bevölkerung ausgeübt, die Wahlen waren nicht frei und unabhängig. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD wurde das zunächst als Stadtverordnetenversammlung, nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium, wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war zunächst ein besonderer Vorsitzender (ab 1990 Reinhold Breede, CDU). Heute ist der Oberbürgermeister Vorsitzender des Stadtrats. Der Stadtrat wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister jedoch direkt von den Bürgern der Stadt gewählt.

Liste der (Ober-)Bürgermeister von Chemnitz und Karl-Marx-Stadt

1994

Wappen

Das Wappen der Stadt Chemnitz zeigt in gespaltenem Schild vorn in Gold zwei blaue Pfähle, hinten in Gold einen schwarzen Löwen mit roter Zunge und Bewehrung. Die Pfähle stehen für die Grafschaft Landsberg, der Löwe für die Grafschaft Meißen. Beide Wappensymbole sind bereits seit dem 15. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Sie wurden auch von den Kurfürsten von Sachsen als Herrscher über die Stadt Chemnitz geführt. Seit dem 18. Jahrhundert werden beide Wappensymbole in gespaltenem Schild dargestellt.

Städtepartnerschaften

Chemnitz unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Tampere, Finnland, seit 1961
- Laibach (Ljubljana), Slowenien, seit 1966
- Arras, Frankreich, seit 1967
- Timbuktu, Mali, seit 1968
- Ústí nad Labem (Aussig an der Elbe), Tschechien, seit 1970
- Mülhausen (frz. Mulhouse) , Frankreich, seit 1981
- Łódź, Polen, seit 1981
- Manchester, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland, seit 1983
- Wolgograd, Russland, seit 1988
- Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen), seit 1988
- Akron (im Bundesstaat Ohio), USA, seit 1997
- Taiyuan, China, seit 1999

Wirtschaft und Infrastruktur

Stadtentwicklung

1999 1999 1999 Mit der Umbenennung in Karl-Marx-Stadt wurde für Chemnitz sehr ambitioniert versucht ein Stadtzentrum zu errichten, das die klassischen Auffassungen vom Städtebau einer sozialistischen Stadt symbolisieren sollte. Die Pläne wurden allerdings auf Grund von finanziellen Mängeln und einem Prioritätenwechsel zugunsten der Wohnraumschaffung nie komplett verwirklicht. Bei Chemnitz handelt es sich um die einzige deutsche Großstadt, für die, ähnlich dem Wiederaufbau der direkten Nachkriegsjahre, erst seit 1990 ein Stadtzentrum geplant und realisiert wurde bzw. wird, welches sich den Grundsätzen der „Europäischen Stadt“ verpflichtet fühlt. In seinen Dimensionen ist das bis dahin im wesentlichen als Freifläche brachliegende Gelände, an der Stelle der ehemaligen Innenstadt, nur mit dem Bauvorhaben „Potsdamer Platz“ in Berlin vergleichbar.

Verkehr

Durch das nordwestliche Stadtgebiet von Chemnitz führt die A 4 Erfurt - Dresden, die hier die A 72 Hof - Chemnitz kreuzt. Die Weiterführung der A 72 nach Leipzig ist in Bau. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 95, B 107, B 169, B 173 und B 174. Von Chemnitz führen Bahnlinien zu dem wichtigen Knoten Leipzig, nach Dresden und Zwickau auf der Sachsen-Franken-Magistrale und nach Riesa - Berlin sowie mehrere kleinere Strecken in das Chemnitzer Umland. Die Strecke nach Leipzig wird derzeit für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut. Alle vier Stunden fährt der InterCity nach Dresden bzw. nach Nürnberg, dreimal täglich ein InterRegio nach Berlin. Gemessen an ihrer Größe ist Chemnitz sehr schlecht an nationale Bahnverbindungen angebunden. Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es daher Diskussionen in der Stadt, welche die politisch Verantwortlichen auffordern, sich um eine Verbesserung der Anbindung zu bemühen. Im Eisenbahngüterverkehr ist Chemnitz nach Stilllegung des Rangierbahnhofes Chemnitz-Hilbersdorf kein Eisenbahnknoten mehr. Die Stadt Chemnitz ist in den Verkehrsverbund Mittelsachsen eingebunden. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Stadt bedienen fünf Straßenbahnlinien und 32 Buslinien der „Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft“ (CVAG). Siehe auch: Stadtbahn Chemnitz
Den Regionalverkehr betreiben:
- Citybahn Chemnitz GmbH (mit der Modellstrecke Chemnitz Hbf - Stollberg und den Strecken nach Burgstädt und Hainichen)
- DB Regio AG Verkehrsbetrieb Sachsen (Strecken nach Zwickau, Dresden, Leipzig, Riesa)
- DB RegioNetz Verkehrs GmbH Erzgebirgsbahn (Strecken nach Aue, Annaberg-Buchholz, Olbernhau)
- Autobus GmbH Sachsen, REGIOBUS GmbH Mittweida, BVO Verkehrsbetriebe Erzgebirge GmbH, Verkehrsbetriebe Kreis Freiberg GmbH, Reisedienst Dörfelt OHG Chemnitz ist deutschlandweit durch das „Chemnitzer Modell“ im öffentlichen Personennahverkehr bekannt geworden. Dabei handelt es sich um den Einsatz von Niederflur-Straßenbahnen, die Chemnitz mit dem Umland verbinden und dabei sowohl das Netz der CVAG als auch das Schienennetz der DB befahren. Die wohl bekannteste dieser Linien verbindet das Stadtzentrum von Chemnitz mit der Stadt Stollberg. Das Netz dieser Bahnen, die in einem eigenen Betrieb zusammengefasst sind, umfasst derzeit vier Linien; Erweiterungspläne liegen vor. Dafür ist ein Umbau des Hauptbahnhofs vorgesehen, der ein direktes Umsteigen vom Fernverkehr auf den Regionalverkehr ermöglichen soll. Südlich von Chemnitz ist der Flugplatz Chemnitz-Jahnsdorf gelegen. Das Gebäude des ehemaligen Flughafens aus der Anfangszeit der Luftfahrt in Deutschland ist noch erhalten und liegt heute inmitten des Wohngebietes „Fritz Heckert“ in der Chemnitzer Südstadt.

Medien


- Im Raum Chemnitz erscheint als Tageszeitung die „Freie Presse“, mit rund 364.100 Exemplaren pro Werktag nach eigener Aussage die auflagenstärkste regionale Tageszeitung Deutschlands.
- Monatlich erscheint das Stadtmagazin „Stadtstreicher“ mit einem Veranstaltungsplaner für Chemnitz, Zwickau und deren Großraum.
- In der Region Chemnitz ist der Radio-Sender „CHEMNITZ 102.1“ zu empfangen.
- Ebenfalls in der Region Chemnitz ist über Kabel und Antenne der TV-Sender „SACHSEN FERNSEHEN“ zu empfangen.
- Einer der „Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle“ (SAEK) ist in Chemnitz ansässig.
- Radio UNiCC e. V. – das Uniradio der TU Chemnitz, empfangbar täglich von 18-19 Uhr auf 102,7 MHz
- Chemnitzer Bürgerradio Radio T, empfangbar täglich von 19-24 Uhr auf 102,7 MHz

Ansässige Unternehmen


- Volkswagen Sachsen GmbH, Motorenfertigung Chemnitz
- Bruno Banani
- Premium Bodywear AG
- enviaM (envia Mitteldeutsche Energie AG)
- Diamant Fahrradwerke GmbH
- Union Werkzeugmaschinen GmbH Chemnitz (älteste existierende Werkzeugmaschinenfabrik Deutschlands)
- IT Services and Solutions GmbH
- NILES-SIMMONS-Hegenscheidt Gruppe
- Technologiezentrum Chemnitz GmbH
- CBS Information Technologies AG
- Sparkasse Chemnitz
- Stadtwerke Chemnitz
- Hörmann Gruppe
- Siemens Chemnitz

Öffentliche Einrichtungen

In Chemnitz haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
- Bundespolizeiamt (BPOLAMT) Chemnitz
- Handwerkskammer Chemnitz
- IHK Südwestsachsen Chemnitz-Plauen-Zwickau
- Kreiswehrersatzamt Chemnitz
- Oberfinanzdirektion Chemnitz
- Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (ehemaliges Landesarbeitsamt)

Bildung und Forschung

Landesarbeitsamt
- Technische Universität Chemnitz (TUC):
Die Universität geht zurück auf die 1836 gegründete Königliche Gewerbeschule Chemnitz, die anfangs eine Bildungsstätte der Textilindustrie war. 1882 kam die Elektrotechnik hinzu und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Staatliche Akademie für Technik geführt. 1953 stieg sie zur Hochschule für Maschinenbau auf und 1963 wurde sie eine Technische Hochschule. Schließlich wurde sie 1986 in den Rang einer Technischen Universität erhoben. Die Technische Universität betreut aktuell zwischen 10.000 und 11.000 Studenten.
- Gymnasien:
• Alexander-von-Humboldt-Gymnasium
• Dr.-Wilhelm-André-Gymnasium
• Georgius-Agricola-Gymnasium
• Gottfried-Leibniz-Gymnasium (soll aufgehoben werden und schließt sich zusammen mit dem Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium)
• Gymnasium Einsiedel (mit integrierten Behinderten)
• Johannes-Kepler-Gymnasium (mit mathematisch/naturwissenschaftlich vertieftem Profil)
• Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium
• Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium
Sportgymnasium Chemnitz
• Werner-Heisenberg-Gymnasium (soll aufgehoben werden)
- Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU)
- Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V.

Freizeit- und Sportanlagen

Siehe auch: :Kategorie:Chemnitz (Sport) :Kategorie:Chemnitz (Sport)
- Sportforum (Hauptstadion – Zuschauerkapazität: 18.500 Plätze; Leichtathletik- /Mehrzweckhalle – Zuschauerkapazität: 1.450 Plätze; Radrennbahn – Zuschauerkapazität: 15.000 Plätze; drei Rasenplätze, zwei Hartplätze, Kunstrasenplatz; eine 50-Meter-Schwimmhalle; Boxer-/Ringerhalle; zwei Kunstturnhallen; Spielhalle; Judohalle)
- Chemnitz Arena (Messe- und Veranstaltungshalle für bis zu 11.000 Zuschauer)
- Richard-Hartmann-Halle – Heimspielstätte des Basketballvereins BV TU Chemnitz 99 (Zuschauerkapazität 2.000 Plätze)
- Sporthalle am Schloßteich - Spielstätte der ChemCats (Zuschauerkapazität: ca. 750 Plätze)
- Stadion an der Gellertstraße – Heimspielstätte des CFC (Zuschauerkapazität: 12.500 Plätze)
- Eissport und Freizeitzentrum Chemnitz (Eissporthalle 4.000 Plätze; Trainingshalle; 400 m Eisschnelllaufbahn; Rollhockeystadion)
- Stausee Oberrabenstein und weitere fünf Freibäder
- Stadtbad und weitere drei Hallenbäder

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bühnen


- Die Theater Chemnitz
Opernhaus Chemnitz (Oper, Operette, Ballett, Musical) Opernhaus Chemnitz
• Schauspielhaus Chemnitz
• Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz
• Figurentheater
- Stadthalle Chemnitz
- „Das Chemnitzer Kabarett“ (ehem. „1. Chemnitzer Kabarett“)
- Kabarett Kiste – Kabarett „Sachsenmeyer & Co“
- TACH-Theater
- Armes Theater mit V. E. B. (Vereinseigene Bühne)
- FRESSTheater

Museen

Opernhaus Chemnitz Opernhaus Chemnitz
- Sächsisches Industriemuseum
- Kunstsammlungen Chemnitz im König-Albert-Museum
- Schlossbergmuseum einschließlich Burg Rabenstein und Roter Turm
- Kulturkaufhaus „DAStietz
- Neue Sächsische Galerie (im Tietz)
- Museum für Naturkunde (im Tietz)
- Henry-van-de-Velde-Museum in der Villa Esche
- Deutsches Spielemuseum
- Museum für sächsische Fahrzeuge
- Sächsisches Eisenbahnmuseum
- Ebersdorfer Schulmuseum
- Straßenbahnmuseum Kappel
- Medizinhistorische Sammlungen des Klinikum Chemnitz gGmbH
- Kulturgeschichtliches Spezialmuseum für Militärgeschichte
- Museumsspeicher Ebersdorf

Kinos

Bauwerke

Villa Esche Siehe auch: Sehenswürdigkeiten in Chemnitz.
- Wahrzeichen der Stadt Chemnitz („Stadt mit Köpfchen“) ist noch immer der „Nischel“, das wuchtige Karl-Marx-Monument . Bei diesem Denkmal handelt es sich um die größte Porträtbüste der Welt. Sie wurde durch den russischen Künstler Lew Kerbel gestaltet, in Bronze gegossen und 1971 feierlich enthüllt.
- Altes Rathaus, 1497 errichtet und mehrfach umgebaut
- Siegertsches Haus, einziges noch erhaltenes Haus mit Barockfassade am Markt (Johann Christoph von Naumann 1735-1741)
- Neues Rathaus (Richard Möbius, 1911)
- Opernhaus (Richard Möbius, 1909)
- König-Albert-Museum (Richard Möbius, 1909)
- Roter Turm – Teil der historischen Stadtbefestigung (altes Wahrzeichen der Stadt)
- Burg Rabenstein
- Wasserschloss Klaffenbach
- Uhrturm der Fa. Schubert & Salzer (Erich Basarke, 1927)
- ehemaliges Kaufhaus Schocken (Erich Mendelsohn, 1930)
- Stadtbad, bedeutendes Denkmal der architektonischen Moderne (Fred Otto, 1928-35)
- Geburtshaus Fritz Heckerts (heute „HECK-ART“, Restaurant und Galerie)
- Der Kaßberg als eines der größten Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas Bild:Roter_Turm_in_Chemnitz.jpg|Roter Turm Bild:Siegertsches_Haus_in_Chemnitz.jpg|Siegertsches Haus Bild:Koenig_Albert_Museum_in_Chemnitz.jpg|König-Albert-Museum Bild:Opernhaus in Chemnitz.jpg|Opernhaus Bild:Kaufhaus_Schocken_in_Chemnitz.jpg|Kaufhaus Schocken Bild:Kulturkaufhaus_in_Chemnitz.jpg|Kulturkaufhaus DAStietz Bild:Stadtbad_in_Chemnitz.jpg|Stadtbad Bild:Uhrturm_in_Chemnitz.jpg|Uhrturm der Fa. Schubert & Salzer

Kirchen

Kaßberg
- Stadtkirche St. Jakobi, älteste erhaltene Kirche der Stadt (14. Jh.)
- Schlosskirche (spätgotische Hallenkirche als Nachfolger einer romanischen Basilika von 1136, ehem. Benediktinerkloster) und Schlossbergmuseum
- Johanniskirche, erstmals urkundlich erwähnt 1264 (stand jedoch außerhalb der Stadtmauern – siehe oben Stadtkirche St. Jakobi)
- Petrikirche, neugotischer Sandsteinbau (Hans Enger, 1888)
- Pauli-Kreuz-Kirche (Otto Bartning, 1936)
- Friedenskirche (Kaßbergstraße 30) 1879 (Methodistengemeinde)
- Luther-Kirche (1908)
- St. Joseph, größte kath. Gemeinde der Stadt, (1905)
- Markuskirche, neugotische Backsteinkirche mit Doppelhelm-Turm (1895)
- St. Andreaskriche (1888)
- St. Josephkirche(1888) Bild:Lutherkirche_in_Chemnitz.jpg|Lutherkirche Bild:Markuskirche_in_Chemnitz.jpg|St. Markuskirche Bild:Johanniskirche_in_Chemnitz.jpg|Johanniskirche Bild:Josephkirche_in_Chemnitz.jpg|St. Josephkirche

Villen

1888
- Villa Esche (Jugendstilarchitektur von Henry van de Velde, 1903/11)
- Villa Koerner (Henry van de Velde, 1914)

Das neue Chemnitz


- Die neue Chemnitzer Innenstadt mit Gebäuden von international renommierten Architekten wie Helmut Jahn, Hans Kollhoff und Christoph Ingenhoven
- Neue Synagoge an der Stollberger Straße (Weihe: 24. Mai 2002; Architekt: Professor Alfred Jacoby). In der sog. Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 wurde die alte Chemnitzer Synagoge (erbaut 1897-1899 nach Plänen von Architekt Wenzel Bürger) am Stephanplatz ebenso wie 2.000 weitere jüdische Gotteshäuser im Deutschen Reich in Brand gesetzt, beschädigt und später abgetragen.
- Kulturkaufhaus „DAStietz“, ein ehemaliges Kaufhaus (Wilhelm Kreis, 1913), welches heute die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, das Naturkundemuseum, die Neue Sächsische Galerie u. a. beherbergt. Im großen Lichthof befindet sich der Versteinerte Wald.
- Chemnitz-Arena, Mehrzweckhalle mit bis zu 13.000 Steh- oder 7.000 Sitzplätzen (einstige Produktionshalle auf dem Gelände der ehemaligen Wanderer-Werke)

Höchste Bauwerke

Wanderer-Werke
- Weit sichtbar ist der Schornstein des Heizkraftwerkes Nord, mit einer Höhe von 300 m ist er das höchste Bauwerk der Stadt.
- Das höchste Gebäude ist mit 93 m Höhe das 1974 erbaute Mercure Hotel Kongress im Stadtzentrum.
- Mit 84 m ist der doppelhelmige Turm der Markuskirche (nach Entwürfen der Berliner Firma Abesser & Kröger, geweiht 1895) auf dem Sonnenberg der höchste Kirchturm und ein markantes Wahrzeichen.
- Das erste Chemnitzer Hochhaus (Willy Schönfeld, 1925/26) war das noch heute bestehende Gebäude der ehemaligen Weberei Cammann & Co. mit einer Höhe von 40 m.

Weitere Sehenswürdigkeiten


- Der Versteinerte Wald im Kulturkaufhaus „DAStietz“, eines der bedeutendsten Naturdenkmale in Deutschland
- Der Schlossteich und die Schillingschen Figuren
- Der Tierpark Chemnitz
- Das Kosmonautenzentrum Sigmund Jähn im Küchwaldpark
- Parkeisenbahn im Küchwaldpark
- Der Stadtpark entlang der Chemnitz
- Unterirdische Gewölbegänge im Kaßberg
- Schaubergwerk „Felsendome Rabenstein“
- Wildgatter Oberrabenstein
- Botanischer Garten Chemnitz (Schulbiologiezentrum)
- Arktisch-Alpiner Garten der Walter-Meusel-Stiftung

Regelmäßige Veranstaltungen


- Februar: Tage der jüdischen Kultur
- März: Chemnitzer Linux-Tage: Am 1. Samstag und Sonntag im Monat März
- Mai - September: Kunst- und Handwerkermarkt an jedem 1. Freitag im Monat
- Mai: Chemnitzer Museumsnacht
- Juli/August: splash! Festival (größtes Hip-Hop- und Reggae-Festival Europas)
- zweites Septemberwochenende: Stadtfest
- September: SOUL EXPRESSION (internationale Breakdanceveranstaltung)
- September: Künstlerbuchmesse
- Oktober: Internationales Kinderfilmfestival „Schlingel“
- Oktober: Kulturfestival „Begegnungen“ mit vielfältigen Veranstaltungen
- November: Tage der erzgebirgischen Folklore
- Dezember: Erzgebirgischer Weihnachtsmarkt

Persönlichkeiten

Für Ehrenbürger, Söhne und Töchter der Stadt und weitere verdienstvolle mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten, siehe Liste der Persönlichkeiten der Stadt Chemnitz

Literatur


- Thematische Stadtpläne Chemnitz. 5 Teile zu einzelnen Architekturepochen. Chemnitz: edition vollbart 2002/2003.
- Kassner, Jens/Weiske, Christine. Reformarchitektur in Chemnitz. Chemnitz: edition vollbart 2003.
- Zur Entstehung und Frühgeschichte der Stadt Chemnitz. Kolloquium des Stadtarchivs Chemnitz, 24. April 2002, Volksbank Chemnitz. Aus dem Stadtarchiv Chemnitz 6 (Stollberg 2002), ISBN 3-00-011097-6.
- Schriftenreihe: Aus dem Stadtarchiv Chemnitz (Chemnitz 1998 ff.), ZDB-ID 20028933.
- Zeitschrift: Mitteilungen des Chemnitzer Geschichtsvereins: Jahrbuch (Chemnitz 1992 ff.), ZDB-ID 9137270.
- „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ Band II Mitteldeutschland – Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der Unterstützung des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1941.
- Chemnitz. Neue Bauten in der Stadtmitte 1990-2003. Verlag Edition Leipzig 2003.

Filme


- »Bilderbuch Deutschland« Chemnitz, Erstausstrahlung: ARD, 27.06.2004, 45 Min. [http://www3.mdr.de/bilderbuch/chemnitz/]

Weblinks


- [http://www.chemnitz.de Offizielle Homepage der Stadtverwaltung]
- [http://www.chemnitz-tourismus.de Touristeninformation]
- [http://www.cwe-chemnitz.de Homepage der Chemnitzer Wirtschaftsförderung]
- [http://www.kirche-chemnitz.de Internetpräsenz der Chemnitzer Kirchen]
- [http://www.historisches-chemnitz.de Auf den Spuren des alten Stadtbildes und der Stadtentwicklung]
- [http://www.chemnitzer74.de/chemnitz/index.htm Historische Entwicklung der Stadt Chemnitz]
- [http://www.wasserwacht-chemnitz.de/chgesch.htm Überblick über die Geschichte von Chemnitz]
- [http://www.webcam-chemnitz.de Eine Webcam über den Dächern von Chemnitz]
- [http://www.kosmonautenzentrum.de Offizielle Homepage des Kosmonautenzentrums „Sigmund Jähn“] Kategorie:Ort in Sachsen ! Kategorie:Reichsstadt ja:ケムニッツ

Calden

Die Gemeinde Calden liegt in Nord-Hessen im Landkreises Kassel. Sie befindet sich rund 12 km nordwestlich von Kassel und etwa 7 km nordöstlich vom Hohen Dörnberg. Bekannt ist der Ort vor allem durch den Flughafen Kassel-Calden, welcher ab dem Jahr 2005 weiter ausgebaut werden soll.

Geografie

Gemeindegliederung


- Calden
- Ehrsten
- Fürstenwald
- Meimbressen
- Obermeiser
- Westuffeln

Geschichte

Die Großgemeinde entstand im Jahr 1972 im Zuge der damaligen Gebietsreform, Calden selbst und seine Ortsteile sind schon wesentlich älter.

Politik

Gemeinderat


- SPD 15 Sitze
- CDU 6 Sitze
- Bürgerforum 6 Sitze
- FWG 3 Sitze (Kommunalwahl am 18. März 2001)

Städtepartnerschaften


- Ráckeve (Ungarn), seit 22. Mai 1992

Kultur und Sehenswürdigkeiten


- Schloss Wilhelmsthal
- Habichtswald
- Hoher Dörnberg
- [http://www.astronomie-kassel.de Sternwarte Calden (Astronomischer Arbeitskreis Kassel)] Kategorie:Ort in Hessen

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen liegt im Westen Deutschlands und ist mit über 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Bundesrepublik Deutschland, flächenbezogen mit 34.080 km² das viertgrößte. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf, die größte Stadt ist Köln.

Geografie

Räumliche Lage

Nordrhein-Westfalen ist im Norden geprägt durch das Westfälische Tiefland. Sauerland, Bergisches Land und Siegerland im Süden sind dicht bewaldet mit beachtlichen Höhenzügen von 500 bis über 800 Metern. Im Westen schließen sich die Eifel und der Niederrhein daran an. Im Zentrum Nordrhein-Westfalens liegt das Ruhrgebiet mit den Städten Bottrop, Gelsenkirchen und Herne am Nordrand, Dortmund, Hamm und Hagen im östlichen Teil, Bochum, Essen und Mülheim an der Ruhr an der Südseite sowie Duisburg und Oberhausen im Westen. Weitere große Städte sind im Norden Münster, im Osten Bielefeld und Paderborn, im Süden Siegen und im (Süd-)Westen Bonn, Köln, Aachen, Mönchengladbach und Krefeld und die bergischen Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen sowie die von Köln rheinabwärts, südlich des Ruhrgebiets liegende Landeshauptstadt Düsseldorf.

Nachbarländer

Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden an das Land Niedersachsen, im Osten an Hessen und im Süden an Rheinland-Pfalz sowie im Westen an Belgien und an die Niederlande.

Regionen

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg) gibt es in Nordrhein-Westfalen keine einheitlichen Verwaltungsstrukturen mit der Bezeichnung "Region". Das Land ist als politisches Kunstgebilde durch die Britische Militätverwaltung 1946 zur Verhinderung einer Viermächteaufteilung des Ruhrgebiets ähnlich Berlins gebildet worden. Nordrhein-Westfalen unterteilt sich grob in die drei Landesteile: Nordrhein, steht für das nördliche Rheinland, dazu kommen Westfalen und Lippe (seit 1947). Darunter wird naturräumlich und sozio-kulturell in weitere Regionen mit landschaftlichen Bezügen unterteilt.

Landschaften

siehe: Liste der Landschaften in Nordrhein-Westfalen

Berge

Höchster Berg ist der Langenberg (843,1 m) :Weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen

Verwaltungsgliederung

Liste der Berge und Erhebungen in Nordrhein-Westfalen]

Landesverwaltung

In Nordrhein-Westfalen besteht die Landesverwaltung aus den
- Landesministerien
- Landesoberbehörden
- Landesmittelbehörden und den
- Unteren Landesbehörden.

Bezirksregierungen

Landesministerien Schon seit einiger Zeit wird diskutiert, die Zahl der Regierungsbezirke auf drei zu reduzieren. Alle Kommunen im Ruhrgebiet, die im Regionalverband Ruhr organisiert sind, sollen danach in einem Regierungsbezirk zusammengefasst werden. Die übrigen Teile des Landes sollen dann den Regierungsbezirken Rheinland und Westfalen zugeteilt sein. Die Landschaftsverbände sollen hierbei aufgelöst werden. Die Umsetzung dieser Idee ist von der 2005 gebildeten CDU / FDP-Landesregierung bis 2012 angekündigt worden. Danach soll es künftig drei Regionalpräsidien Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen geben, die die noch aus preußischer Zeit übernommenen Regierungsbezirke anpassen sollen. Diese Planungen berühren allerdings auch historische und staatsrechtliche Fragen, da sowohl der betroffene Regierungsbezirk Detmold als auch der bisherige Landschaftverband Westfalen-Lippe im Rahmen des Beitrittes des ehemaligen Freistaates Lippe nach Nordrhein-Westfalen 1947 in den [http://de.wikisource.org/wiki/Lippische_Punktationen Lippischen Punktationen]
- 1)
mit klaren Zusagen an Lippe geregelt wurden. Daneben gibt es regionale Widerstände, welche die angesprochenen Verwaltungseinheiten als zu groß und zentralistisch kritisieren.
- 1) über die staatsrechtliche Bedeutung gibt es gegenläufige Rechtsauffassungen

Kommunale Selbstverwaltung

Die Kommunale Selbstverwaltung wird in Nordrhein-Westfalen wahrgenommen von den Kreisen, den kreisangehörigen Gemeinden und Städten, den kreisfreien Städten, den verschiedenen Zweckverbänden, z.B. dem Regionalverband Ruhr, dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg sowie den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe.

Kreise

Das Land Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 31 Kreise. Nicht zu den Kreisen gehören die kreisfreien Städte. Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe (Kfz-Kennzeichen)

Städte und Gemeinden

Das Land Nordrhein-Westfalen ist in 396 Städte und Gemeinden gegliedert. Davon sind 23 kreisfreie Städte und 373 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Größte Städte siehe
- Liste der Orte in Nordrhein-Westfalen Kreisfreie Städte (Kfz-Kennzeichen)

Landschaftsverbände

In Nordrhein-Westfalen gibt es im Rahmen der Kommunalen Selbstverwaltung auf der staatlichen Mittelinstanz die Landschaftsverbände Rheinland in Köln und Westfalen-Lippe in Münster.

Bevölkerungsentwicklung

(jeweils am 31. Dezember d.J.)







Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen

Gründung

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhält Nordrhein-Westfalen seine rechtlichen Grundlagen mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“. Aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz und der preußischen Provinz Westfalen wird das neue Land Nordrhein-Westfalen gebildet. 1947 muss der bisherige Freistaat Lippe auf Betreiben der Briten seine Selbstständig aufgeben und entscheidet sich nach Verhandlungen mit beiden benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (beide britische Verwaltungszone) für den Anschluss nach Nordrhein-Westfalen. Am 21. Januar 1947 tritt durch die britische Militärverordnung Nr. 77 die Vereinigung in Kraft. Nordrhein-Westfalen hatte seinerzeit 11,8 Millionen Einwohner.

Historische Eckdaten


- 8. Mai 1949: Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird verabschiedet. Nordrhein-Westfalen wird Bundesland.
- 10. Mai 1949: Der Parlamentarische Rat bestimmt Bonn zur vorläufigen Bundeshauptstadt.
- 18. Juni 1950: Annahme der Verfassung durch Volksentscheid.
- 10. März 1953: Das Landesgesetz über die Landesfarben, -flagge und wappen wird verabschiedet.
- 12. Mai 1953: Die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe werden gegründet.
- 11. Mai 1954: Die Gründung des Westdeutschen Rundfunks wird beschlossen.
- 30. Juni 1965: Die Landesregierung eröffnet die Ruhr-Universität in Bochum.
- 12. Dezember 1968: Die Landesregierung eröffnet die Universität Dortmund.
- 1. Juli 1969: Die erste Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird zunächst die Zahl der Gemeinden im Land reduziert.
- 1. August 1971: Das Bildungsangebot in Nordrhein-Westfalen wird um 15 Fachhochschulen in Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Krefeld, Lemgo, Münster, Paderborn, Siegen und Wuppertal erweitert.
- 16. Mai 1972: Es folgen die Gesamthochschulen in Duisburg, Essen, Paderborn, Siegen und Wuppertal sowie
- 1975 die einzige deutsche Fernuniversität in Hagen.
- 1. Januar 1975: Die zweite Stufe der Neugliederung der Gemeinden und Kreise tritt in Kraft. Hierdurch wird nochmals die Zahl der Gemeinden reduziert und alle Kreise im Lande neugeordnet.
- 17. Oktober 1994: Die neue Kreisordnung und die neue Gemeindeordnung treten in Kraft, nach der die kommunale Doppelspitze abgeschafft wird. Gleichzeitig wird die Direktwahl der Landräte und der Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister eingeführt.
- 6. Juli 1999: Der Verfassungsgerichtshof des Landes Nordrhein-Westfalen erklärt die Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen für verfassungswidrig. Die Klausel wird daraufhin im Kommunalwahlgesetz gestrichen.
- 1. Januar 2003: Alle Gesamthochschulen werden in ausschließliche Universitäten überführt.
- 22. Mai 2005 Die SPD verliert bei der Wahl des 14. Landtages nach 25 Jahren den Status als stärkste Fraktion und wird nach 39-jähriger Regierung (seit 1995 mit den Grünen) von den Wählern in die Oppositon geschickt. Die bisherige Opposition aus CDU und FDP tritt in Koalitionsverhandlungen ein.
- 22. Juni 2005 Knapp 39 Jahre nach dem Sturz von Franz Meyers durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 8. Dezember 1966 wird mit Jürgen Rüttgers erstmals wieder ein CDU-Politiker zum Ministerpräsidenten gewählt.

Politik

Siehe Hauptarikel: Politisches System Nordrhein-Westfalens

Ministerpräsidenten

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen ist Jürgen Rüttgers. Er wurde am 22. Juni 2005 der Nachfolger von Peer Steinbrück, nachdem die CDU am 22. Mai 2005 die Landtagswahl gewonnen hatte.

Wahlergebnis am 22. Mai 2005

Das amtliche Endergebnis der Wahl ist: Siehe auch Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2005 Siehe auch Landtagswahlergebnisse aus Nordrhein-Westfalen seit 1947 Weitergehende Informationen beim [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm Landeswahlleiter NRW]

Wappen und Flagge

Das Landeswappen spiegelt die räumliche Zusammensetzung des Landes wider. Es besteht auf der linken Seite aus dem Symbol für den Rhein, auf der rechten Seite aus dem Pferd, dem Symbol für die Region Westfalen, und im unteren Winkelfeld aus der Lippischen Rose für das Lipperland. Wegen häufiger Anfragen hat das Land ein Wappenzeichen entwerfen lassen, das dem Wappen ähnelt aber im Gegensatz zu ihm von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden kann. Die Benutzung des Landeswappens hingegen ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet. Die Landesflagge ist den Farben des Wappens entsprechend grün-weiß-rot; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.

Sprache


- Dialekte in Nordrhein-Westfalen.

Kulinarisches


- Nordrheinische Küche
- Westfälische Küche

Literatur

Hartmann, Jürgen (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bundesländer. Bonn 1997

Siehe auch


- Portal:Nordrhein-Westfalen

Weblinks


- [http://www.nrw.de Website des Landes Nordrhein-Westfalen]
- [http://www.nrw-tourismus.de Nordrhein-Westfalen Tourismus e.V.]
- [http://www2.stadtplandienst.de/nordrheinwestfalen.asp Nordrhein-Westfalen im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.im.nrw.de/bue/75.htm# Wahlergebnisse (Innenministerium)]
-
als:Nordrhein-Westfalen ja:ノルトライン=ヴェストファーレン州 ko:노르트라인베스트팔렌 주 simple:North Rhine-Westphalia

Kaldenkirchen

Kaldenkirchen ist ein Stadtteil von Nettetal. Es liegt direkt an der deutschen Grenze zu den Niederlanden.

Geschichte

Eine erste Erwähnung des Ortes findet im 13. Jahrhundert statt. Der Name geht wahrscheinlich darauf zurück, dass die Pfarrkirche im Ort (erstmals erwähnt 1276) zur Zeit der Namensgebung noch "kalt", also nicht fertiggestellt, war. Die Kirche war früher nicht nur Pfarr-, sondern auch Klosterkirche für zwei östlich der Kirche gelegene Klöster. Hinter der romanisierenden Pfarrhausfassade von 1844 verbirgt sich das Mönchshaus des Brigittiner-Doppelklosters Maria Furcht. Das Frauenkloster lag nördlich des Kirchenchores und ist in wesentlichen Teilen seiner Bausubstanz ebenfalls erhalten. Die beherrschend in der Mitte des Orte liegende katholische Pfarrkirche, ein dreischiffiger neugotischer Hallenbau, übernahm von ihrer spätgotischen Vorgängerin nur den quadratischen Westturm mit sparsamer Spitzbogengliederung. Die kleine evangelische Kirche dagegen als Kirchenbau der konfessionellen Minderheit musste bei ihrer Errichtung 1672 versteckt werden hinter der bürgerlichen Architektur des zweigeschossigen Pfarrhauses, das vor der zurückliegenden Kirche einen kleinen Innenhof bildet und den stadtseitigen Zugang nur durch einen engen Gang erlaubt. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Ortes ist das in den 70er Jahren restaurierte ehemalige Hauptzollamt, ein großer zweigeschossiger Putzbau aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. In einem zentrumsnah gelegenen Garten hat sich ein Gartenpavillon aus dem 18. Jahrhundert erhalten, eine zierliche Erholungsarchitektur von hohem künstlerischen Wert.

Wirtschaft

Verkehr

Kaldenkirchen ist direkt an der Autobahn A61 gelegen und besitzt derzeit zwei Auf - / bzw. Abfahrten. Des Weiteren gibt es einen Bahnhof mit zweigleisigem Personenverkehr Richtung Venlo/NL und eingleisigem in Richtung Mönchengladbach, und zweigleisigem Güterverkehr in dieselben Richtungen.

Ansässige Unternehmen

Der weltweit bekannte Hersteller von Soundkarten Terratec hat seinen Sitz in Kaldenkirchen. Ebenso die bekannte Baumschule Lappen. Sie gehört zu den größten Baumschulen der Welt.

Weblinks


- [http://www.inter-nettetal.de www.inter-nettetal.de]
- [http://www.kaldenkirchen.info www.kaldenkirchen.info]
- [http://www.tsv-kaldenkirchen.com www.tsv-kaldenkirchen.com] Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Niederrhein Kategorie:Rheinland

Willich

Willich ist eine Stadt am linken Niederrhein. Sie gehört zum Kreis Viersen, Regierungsbezirk Düsseldorf in Nordrhein-Westfalen. Willich hat den Status mittlere kreisangehörige Stadt.

Geografie

Das Willicher Stadtgebiet ist typisch für den Niederrhein geprägt von großen ebenen landwirtschaftlichen Flächen. Allein südlich von Schiefbahn gibt es mit dem Schiefbahner Bruch ein Waldgebiet. Dieses Gebiet gehört mit rund 36 m ü. NN zu den tiefergelegenen Gebieten der Stadt. Insgesamt sind die Höhenunterschiede, die sich überwiegend aus einem leichten Gefälle von Ost nach West ergeben, mit maximal knapp sieben Metern sehr gering. Im Südwesten markiert der Fluss Niers die Grenze des Stadtgebietes. Höchstes Gebäude der Stadt ist der weithin sichtbare Schiefbahner Fernsehturm. Da der Turm an der Römerstraße liegt, wird er auch von der Bevölkerung "Römerturm" genannt.

Nachbarstädte

Niers Große Nachbarstädte sind Mönchengladbach, Krefeld (angrenzend), Düsseldorf (ca. 20 km) Neuss (ca. 15 km) und in den Niederlanden Venlo (ca. 30 km). Angrenzende Städte im Uhrzeigersinn (im Norden beginnend): Krefeld, Meerbusch, Kaarst, Korschenbroich, Mönchengladbach, Viersen, Tönisvorst.

Stadtgebiet

Die Stadt besteht aus den vier Stadtteilen Willich, Schiefbahn, Anrath und Neersen. Im Stadtgebiet liegen unter anderem folgende kleinere Siedlungen:
- Wekeln, Münchheide, Hardt, Willicher Heide, Dickerheide (alle zu Willich gehörend)
- Niederheide, Unterbruch, Knickelsdorf (alle zu Schiefbahn gehörend)
- Vennheide, Donk (zu Anrath gehörend), Clörath (zu Anrath, Viersen und Tönisvorst gehörend) Einwohnerzahlen der Stadtteile (Stand: September 2005):
- Stadtteil Willich, 21.756
- Stadtteil Anrath, 11.645
- Stadtteil Schiefbahn, 12.292
- Stadtteil Neersen, 7.019 Heute leben in der Stadt Willich insgesamt 52.712 Bürger, 1995 waren es noch 45.607 Einwohner.

Geschichte

Willich wurde 1137 erstmalig als "Wylike" erwähnt, eine erste Kirche wurde jedoch wahrscheinlich bereits um das Jahr 800 gebaut. Anrath tauchte bereits 1010 in Urkunden auf, die Geschichte Neersens und Schiefbahns lässt sich bis 1262 bzw. 1420 zurückverfolgen. Um 1300 wird die Siedlung Unterbroich, heute ein Ortsteil Schiefbahns, erstmals genannt. 1245 wird die Vogtei Willich erstmalig erwähnt, bis 1272 lässt sich die Geschichte des Adelssitzes Haus Hülsdonk zurückverfolgen. 1298 wird Willich an das Herzogtum Kleve verkauft. 1392 fällt das Amt Linn und damit auch Willich an das Kurfürstentum Köln, zu dem die anderen drei heutigen Stadtteile bereits gehörten. 1414 erhält Anrath von Kaiser Sigismund das Marktrecht verliehen und kann sich seitdem Flecken nennen. Im von 1583 bis 1589 dauernden Truchsessischen Krieg werden die heutigen Ortsteile geplündert und teilweise verwüstet und gebrandschatzt. Die Bürger suchen Zuflucht in den befestigten Adelssitzen Hülsdonk und Kollenburg, die jedoch 1591 auch eingenommen werden können. Bei einem Großbrand 1675 werden große Teile des Dorfes Willich zerstört. Auch die Kirche brennt bis auf die Grundmauern nieder. Bis 1794 bildet Neersen eine eigene Herrlichkeit, Willich und Anrath (vormals eigene Herrlichkeit) gehören zum Amt Linn, Schiefbahn zum Amt Liedberg. Zum Amt Kempen gehörte neben Clörath auch die kleine Bauernschaft Kleinkempen. Kleinkempen war ein Gebiet, das als schmaler Streifen vom heutigen Ostende Anraths nördlich an Neersen vorbei bis zwischen Willich und Schiefbahn führte. Diese heute als Flurnamen nicht mehr existierende Bauernschaft hatte kein eigenes Zentrum, umschloss aber Anrath von allen Seiten. In Erinnerung an die Bauernschaft wurde ein Teil des alten Weges "Wekeln" im gleichnamigen Neubaugebiet in "Klein Kempen" umbenannt. Von 1794 bis 1815 ist der gesamte linke Niederrhein von den Franzosen besetzt. Damit endet die Herrschaft des Kurfürstentums Köln über die Region. Mit einer Verwaltungsreform 1800 werden die Mairien Neersen (mit Anrath und Clörath), Willich, Schiefbahn und (etwas später) Kleinkempen gebildet. Sie gehören nun zum Arrondissement Krefeld im neu gegründeten Roerdepartement. Neersen wird Sitz eines Kantons, das 17 Gemeinden, darunter alle heutigen Willicher Stadtteile, umfasst. 1815 fällt das Rheinland an Preußen. Damit werden in der Region auch die Landkreise eingeführt. Willich, Kleinkempen und Anrath kommen zum Kreis Krefeld, Schiefbahn und Neersen zum Kreis Gladbach. 1819 wird Anrath mit Kleinkempen zur Bürgermeisterei Kleinkempen vereinigt. 1840 wird diese Bürgermeisterei nach dem Hauptort Anrath genannt. 1849 erhält Anrath als erster Ort der heutigen Stadt Willich einen Bahnanschluss. 1870 folgt Willich und 1877 Schiefbahn. 1891 werden große Teile Anraths durch einen Tornado zerstört. Die durch den Niedergang der bisher dominierenden Hausweberei finanziell ohnehin schwer angeschlagene Gemeinde ist auf Zuweisungen der Regierung angewiesen. Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation wird am Anrather Bahnhof ein Königliches Gefängnis errichtet, das 1905 fertiggestellt wird. 1872 wird das Willicher Katharinen-Hospital an der Bahnstraße eingeweiht. Ein Jahr später wird an der Viersener Straße in Anrath das von Lorenz Schmitz gestiftete Krankenhaus eröffnet, das 1906 durch einen Neubau an der Neersener Straße ersetzt wird. 1970 wird das Anrather Krankenhaus geschlossen. Das Willicher Hospital hingegen wird 1963 durch einen größeren Neubau ersetzt und bietet noch heute eine Grundversorgung für die Bevölkerung. 1908 wird in Willich das Stahlwerk Becker errichtet und bietet bis zu seiner Schließung 1932 Tausenden einen Arbeitsplatz. Von 1934 bis 1945 werden dort von einem neuen Eigentümer kriegswichtige Güter hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird im ehemaligen Stahlwerk eine Pioniereinheit der britischen Armee angesiedelt. Bei der kommunalen Neugliederung 1929 werden die vier Alt-Gemeinden dem neugegründeten Landkreis Kempen-Krefeld zugeschlagen. Den Zweiten Weltkrieg überstehen die Gemeinden mit mäßigen Schäden. Rund ein Dutzend Häuser werden bei Bombenangriffen zerstört. Der schwerste Angriff fordert am 22. Oktober 1944 in Willich elf Todesopfer. Von den 40 deportierten Juden aus den vier Orten überleben nur zwei den Holocaust. Am 1. März 1945 kommt es in Schiefbahn zu den einzigen nennenswerten Kampfhandlungen. Eine deutsche Panzereinheit stößt in den schon von Amerikanern besetzten Ort vor. Der Kampf fordert zahlreiche Opfer auf beiden Seiten, die amerikanischen Truppen können den Ort am darauffolgenden Tag endgültig besetzen. In den 1960er Jahren beschloss die Landesregierung Nordrhein-Westfalen eine kommunale Neugliederung. Der drohende Verlust der Selbständigkeit stieß in den betroffenen Gemeinden auf Widerstand. So versuchten Anrath und Neersen eine gemeinsame Gemeinde zu bilden, um einen Zusammenschluss mit Willich und Schiefbahn zu verhindern. Unter anderem auf Vorschlag des damaligen Regierungspräsidenten einigte man sich schließlich auf den Zusammenschluss der Gemeinden Willich, Anrath, Schiefbahn und Neersen. Nach vielen mehr oder minder gelungenen Vorschlägen zur Namensgebung der neuen Stadt, wie zum Beispiel "Schwanstadt", "Mittelstadt" oder "Schanwin", einigte man sich schließlich auf den Namen der damals größten Gemeinde im Landkreis Kempen-Krefeld: Willich. Am 1. Januar 1970 erfolgte der Zusammenschluss der vier Gemeinden zur Stadt Willich. Willich erhält 1965 ein Hallenbad. Das an der Schiefbahner Straße stehende Gebäude wird 1974 um ein Freibad erweitert. 1990 brennt das Bad ab, woraufhin sich die Stadt entscheidet, es durch ein Spaßbad zu ersetzen, das den Namen "De Bütt" erhält. In den 1980er Jahren entstand im Westen Willichs das Gewerbegebiet Münchheide. Seit 1994 wird zwischen Alt-Willich und Schiefbahn ein neues Wohngebiet mit Namen Wekeln errichtet. Es ist als nahezu autarkes Wohngebiet geplant und soll einmal von rund 6.000 Menschen bewohnt werden. 2003 lebten dort 3.409 Personen, bis Juni 2004 erhöhte sich die Zahl auf 4.140.

Name

Es gibt verschiedene Thesen über die Herkunft des Namens Willich. Nach der Hauptthese geht der Name aus der Bezeichnung Weiler hervor, die auf die lateinischen Wörter "villa" (Landgut, Hof) und "vilici" (Hofbewohner) zurückgeht, was durchaus naheliegend ist, da die Besiedlung des Gebietes aus vereinzelten Höfen bestanden hat. Möglich ist auch, dass sich "villa" auf einen konkreten Hof bezieht, nämlich den Fron- oder Domhof, der ungefähr seit dem Jahr 800 am Grunewall zu finden war. Eine andere These führt den Namen Willich auf das vorgermanische Wort "wil" (Sumpfwasser) zurück. Auch dieser Ansatz ist möglich, da der Niederrhein sehr sumpfig ist und nur die Donken, die inselartig daraus hervor ragten, machten eine Besiedlung möglich.

Einwohnerentwicklung

¹ Personen über 12 Jahre; ² davon Wekeln: 3.116 Ab etwa 1800 werden für die Region einigermaßen zuverlässige Bevölkerungszahlen ermittelt. Dabei ist bis zum Zweiten Weltkrieg ein stetiger, für ganz Mitteleuropa typischer Anstieg der Einwohnerzahlen zu verzeichnen. Nur Anrath verlor um 1890 Einwohner, bedingt durch eine wirtschaftliche Krise. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Ansiedlung von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zu einem Bevölkerungsschub. In den 1960er Jahren wurde Schiefbahn zunehmend als Schlafsiedlung für Pendler nach Düsseldorf attraktiv. Mit der Stadtgründung 1970 erfolgte ein neuer Gebietszuschnitt. Dadurch sank die Einwohnerzahl der Stadt im Vergleich zu der Summe der Zahlen der Altgemeinden leicht. Von 1970 bis Mitte der 1980er Jahre änderte sich die Bevölkerungszahl kaum. Dann jedoch folgte, bedingt durch das Gewerbegebiet Münchheide und durch die Stadtflucht aus den umliegenden Großstädten, ein deutliches Bevölkerungswachstum. Von 1988 bis 1998 wuchs die Stadt um rund 8.000 Menschen, also fast 20 Prozent. Vor allem durch das Neubaugebiet Wekeln ab 1994 war ein besonderer Anstieg im Stadtteil Willich zu verzeichnen. Seit 2000 verläuft der Bevölkerungsanstieg gemäßigter. Nach einer Prognose der Stadt Willich zum Bevölkerungszuwachs aus dem Jahr 2003 wird die Stadt um das Jahr 2015 die 60.000-Einwohner-Grenze erreichen. Damit würde Willich den Status einer großen kreisangehörigen Stadt erreichen und müsste unter anderem eine hauptamtliche Feuerwehr einrichten.

Flächenentwicklung

Die Einzelgemeinden der heutigen Stadt Willich hatten vor der Gründung 1969 eine Fläche von insgesamt 72,11 Quadratkilometern. Durch einen neuen Gebietszuschnitt reduzierte sich die Fläche der neuen Stadt auf 67,8 Quadratkilometer. 2000 ergab sich die letzte größere Änderung der Stadtfläche durch einen Gebietstausch mit Krefeld. Die A 44 wird zur Grenze zwischen den Städten, Willich verliert dadurch rund sechs Hektar überwiegend landwirtschaftlich genutzter Fläche, die Krefeld zur Ausweitung eines Gewerbegebiets nutzen will. Ende 2004 hat Willich eine Gebietsfläche von 67,76 km²

Religionen

Die Region Willich war als Teil des Kurfürstentum Köln traditionell katholisch geprägt. Erstes jüdisches Leben lässt sich für Anrath um das Jahr 1650 nachweisen, in Neersen 1749 und in Schiefbahn wird der erste Jude 1782 erwähnt. Eine Bevölkerungsstatistik aus dem Jahre 1832 zählt für die vier Altgemeinden nur zwei Protestanten auf: einen in Willich und einen in Neersen. Die Zahl der jüdischen Einwohner war etwas höher: In Anrath lebten 87 Juden, in Schiefbahn 57, in Neersen 25 und in Willich drei. Somit waren 1832 knapp 98 Prozent der damaligen Bevölkerung katholisch. Ab etwa 1800 werden in Anrath und Schiefbahn erste jüdische Gebetshäuser errichtet. 1890 wird am Tomp in Schiefbahn eine Synagoge errichtet. Sie wird in der "Reichspogromnacht" 1938 abgebrannt. Die 1878 in Anrath gebaute Synagoge wird 1938 von der Gemeinde Anrath übernommen und 1961 abgerissen. Mitte des 19. Jahrhunderts werden die jahrhundertealten Pfarrkirchen in den Altgemeinden Willich, Anrath und Schiefbahn zu klein. Die Gemeinden entscheiden sich für einen Abriss der alten Kirchen und Neubauten an gleicher Stelle. Schon 1853 wird die Schiefbahner Kirche abgerissen. 1860 wird die neue Kirche eingeweiht, in den 1960er Jahren wird ein umfangreicher Umbau durchgeführt. In Anrath und Willich wird der Düsseldorfer Architekt Josef Kleesattel mit der Planung der Neubauten im neugotischen Stil beauftragt. 1898 wird die Anrather und 1901 die Willicher Pfarrkirche eingeweiht. Die Neersener Kirche wird erst 1960 durch einen Neubau ersetzt. 1910 wird an der Anrather Gietherstraße die erste evangelische Kirche im Stadtgebiet eingeweiht, 1931 folgt eine weitere in Willich an der Krusestraße. Der schlichte Holzbau wird 1962 durch einen modernen Kirchenbau ersetzt. Die evangelische Kirche in Schiefbahn wurde 1956 errichtet, die Neersener neun Jahre später. An der Willicher Bahnstraße befindet sich in einem Wohnhaus eine Moschee mit angeschlossenem Gemeindezentrum. Dieses wird von der als radikal und fundamentalistisch einzustufende Organisation Milli Görüs betrieben. 2003 waren in der Stadt Willich 53% der Bevölkerung katholisch und 22% evangelisch. 25% gehörten keiner Konfession an oder waren statistisch nicht erfasst, wie beispielsweise Muslime. Lediglich eine Person war jüdischen Glaubens.

Politik

In Willich gab es bis Mitte der 1990er Jahre einen hauptamtlichen Stadtdirektor, der die Leitung der Stadtverwaltung innehatte und den ehrenamtlichen Bürgermeister, der den Vorsitz des Rates übernahm. Am 1. Juli 1995 wurden die beiden Ämter zusammengelegt. Seit dem hatte die Stadt Willich folgende (hauptamtliche) Bürgermeister: # Lukas Siebenkotten (SPD) (1995-1999) # Josef Heyes (CDU) (seit 1999) Bei der letzten Kommunalwahl am 26.09.2004 kam es zu folgendem Ergebnis (in Klammern die Zahlen von 1999):

Wappen

Das Wappen der Stadt Willich wurde unabhängig von den Wappen der Altgemeinden völlig neu gestaltet. Der Entwurf stammt vom Strümper Walter Breker und wurde durch den Düsseldorfer Regierungspräsidenten am 30. Oktober 1971 genehmigt. Das Wappen zeigt auf blauem Hintergrund ein gelbes (bzw. goldenes) Quadrat, das auf allen vier Seiten von miteinander verbundenen ebenfalls gelben/goldenen Buchstaben "W" umrankt wird. Die mittleren Spitzen der Buchstaben treffen in der Mitte des Quadrats auf ein gleicharmiges Kreuz in gleicher Farbe. Die vier Buchstaben "W" sollen die vier Altgemeinden symbolisieren, die als Einheit die Stadt Willich bilden. Das Kreuz in der Mitte soll an die kurkölnische Zeit der Gemeinden erinnern.

Städtepartnerschaften


- Linselles (Frankreich): Die Partnerschaft wurde 1966 mit der Gemeinde Schiefbahn begründet und 1970 von der Stadt Willich fortgeführt.
- Zogoré (Burkina Faso): Seit 1985 besteht eine Patenschaft der Stadt Willich mit Zogoré, die 1991 zusammen mit Linselles zu einer gemeinsamen Partnerschaft ausgebaut wurde. Willich unterhält freundschaftliche Kontakte zu den Städten:
- Bürgel (Thüringen)
- New Market (England)
- Premnitz (Brandenburg)
- Zalec (Slowenien)
- Smiltene (Lettland)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Lettland Willich ist eine eher funktionale Stadt ohne eine große Anzahl Sehenswürdigkeiten. Die bekannteste ist das Schloss Neersen mit Park und den Schlossfestspielen in Neersen (Foto), das heute als Rathaus der Stadt Willich dient. Ebenfalls über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist die Neersener Kapelle Klein-Jerusalem. Sie wurde 1660 errichtet und ist damit das älteste Kirchengebäude der Stadt. Die drei katholischen Kirchen der Stadtteile Willich, Schiefbahn und Anrath markieren jeweils das Zentrum des Ortes. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und sind typische Kirchenbauten ihrer Zeit. Erwähnenswert ist weiter das Haus Broich zwischen Anrath und Willich, ein ehemaliges Rittergut, das heute von einer Glaubensgemeinschaft als geistliches Zentrum genutzt wird. Die Innenstädte sind von funktionalen Gebäuden aus dem 20. Jahrhundert geprägt. Vereinzelt findet man aber auch ältere Häuser, wie die Fachwerkhäuser an der Willicher Hülsdonkstraße, nahe der Kirche. Die um 1900 errichtete "Justizvollzugsanstalt Willich I und Willich II" in Anrath kann üblicherweise nur von außen besichtigt werden. Größere Parkanlagen gibt es außer dem Neersener Schlosspark in Anrath mit dem Theodor-Heuss-Park und in Willich mit dem Konrad-Adenauer-Park und dem Sport- und Freizeitzentrum. Bei der Umgestaltung des Willicher Stahlwerks Becker zum Gewerbegebiet blieben einige denkmalgeschützte Stahlwerksgebäude stehen und bieten heute neben neu errichteten modernen Immobilien Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben Platz. Eine großzügig angelegte Wasserachse soll auch zum Verweilen einladen. Da der Verkauf der Gewerbegrundstücke jedoch schleppend verläuft, wird die Sehenswürdigkeit des Geländes durch große, brachliegende und mit Schutt gefüllte Flächen eingeschränkt. Im Willicher Stadtgebiet sind keine Mühlen erhalten. In der kleinen Siedlung Clörath, die sich über die Stadtgebiete von Willich, Viersen und Tönisvorst erstreckt, befindet sich jedoch auf Viersener Gebiet die Clörather Mühle, in der in den Sommermonaten Kunstausstellungen stattfinden.

Regelmäßige Veranstaltungen

In den Sommermonaten finden unter freiem Himmel am Neersener Schloss die Festspiele Schloss Neersen statt. Dort werden meist ein Kinderstück und zwei oder drei weitere Stücke auf der großen Freilichtbühne aufgeführt. Dazu kommen noch Studioinszenierungen und Gastspiele. Vom Frühling bis in den Herbst werden überall in der Stadt Schützenfeste gefeiert. Das bekannteste ist das Willicher Schützenfest. Es ist nach dem Neusser das zweitgrößte am linken Niederrhein. Auch der Karneval wird in Willich groß gefeiert. Der größte Karnevalsumzug ist der Anrather Tulpensonntagszug.

Museen

Im Schloss Neersen ist die Temporäre Galerie der Stadt Willich untergebracht. Sie zeigt darstellende Kunst wechselnder Künstler. Im Willicher Gewerbegebiet Stahlwerk Becker befindet sich das Nutzfahrzeugmuseum Willich. Hier sind alte LKW, Traktoren und andere Nutzfahrzeuge ausgestellt. Das Heimatmuseum Schiefbahn im St.-Bernhard-Gymnasium informiert zweimal im Monat und nach Vereinbarung über die Geschichte Schiefbahns.

Sport

Der größte sportliche Erfolg, der vom Boden der Stadt Willich ausging, war der Gewinn der Weltmeisterschaft im Springreiten durch Norbert Koof 1982. Im Stadtsportverband Willich ist eine Vielzahl von Vereinen zusammengeschlossen. Nachfolgend eine Auswahl herausragender Vereine.
- DJK VfL 1919 Willich e.V. - Mit über 2.000 Mitgliedern größter Verein der Stadt. Bietet in 12 Abteilungen verschiedene Sportarten wie Fußball, Leichtahletik, Judo, Tischtennis
- SC 08 Schiefbahn e.V. - Einer der erfolgreichsten Willicher Fußballvereine
- Schwimmverein Willich 1965 e.V. - Größter Willicher Schwimmverein und mehrfacher Gewinner Deutscher Jugendmeisterschaften
- RSC "Blitz" Schiefbahn 1932 e.V. - Von den 1930er Jahren bis zu den 1980er Jahren mehrfach Gewinn Deutscher Meisterschaften im Radball und im Kunstradsport
- Radsportverein OPEL 1924 e.V. Neersen - Sehr erfolgreicher Kunstradsport-Verein
- Boßel- und Bügelclub 1979 e.V. - Der Willicher Club ist einer der aktivsten nordrhein-westfälischen Boßel-Vereine.
- Rhein Polo Club e.V. - Der größte nordrhein-westfälische Polo-Verein hat sein Vereinsgelände in Wekeln zwischen Willich und Schiefbahn.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Willicher Verkehrspolitik ist ganz auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet. Willich und Schiefbahn sind von einem Autobahnring umgeben, mit der A44 im Westen und Norden, der A52 im Süden und der A57 im Osten. Innerhalb des Stadtgebietes gibt es fünf Autobahnanschlußstellen. Abgesehen von Anrath hat jeder Stadtteil eine höchstens 500m vom Ortseingang entfernte Anschlußstelle. Somit gibt es in den Ortsteilen keinen nennenswerten Durchgangsverkehr. Den dennoch häufigen Staus versucht die Stadt mit dem Bau von Umgehungsstraßen zu begegnen. Willich und Anrath haben Nordumgehungen, Neersen verfügt mit der A44 über eine Ostumgehung. Zusätzlich sind für Schiefbahn eine Nord- und für Anrath eine weitere (Ost-)Umgehung geplant. Öffentliche Verkehrsmittel sind in der Stadt nur rudimentär vorhanden. Von den ehemals fünf Bahnhöfen im heutigen Stadtgebiet ist allein der Anrather Bahnhof am östlichen Ende von Anrath, direkt an der Stadtgrenze, noch in Betrieb. Dort halten je Richtung bis zu zweimal stündlich Züge von und nach Krefeld und Mönchengladbach. Die Bahnlinien Krefeld - Willich - Schiefbahn-Nord - Mönchengladbach, sowie Düsseldorf - Schiefbahn - Neersen - Viersen sind in den sechziger bis siebziger Jahren ebenso eingestellt worden wie die Straßenbahnlinie von Krefeld über Willich und Schiefbahn bis Mönchengladbach. Buslinien verkehren wochentags überwiegend stündlich, die Linie 055 auch halbstündlich. Am Wochenende fahren die Busse alle zwei Stunden. Direktverbindungen in die umliegenden Großstädte gibt es von Anrath nach Krefeld und von Schiefbahn und Neersen nach Mönchengladbach. Pläne für die Wiedereinführung der Straßenbahnlinie von Krefeld über Willich und Wekeln nach Schiefbahn, die ursprünglich auch zur Anbindung des großen Neubaugebietes Wekeln an den ÖPNV gedacht war, sind auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Auch für eine geplante Verlängerung der Regiobahn Mettmann - Düsseldorf - Kaarst über Schiefbahn nach Mönchengladbach (ursprünglich war eine Streckenführung über Schiefbahn nach Viersen geplant) ist die Finanzierung und Realisierung noch ungewiss. Autobahnen:
A44 (Mönchengladbach - Willich-Neersen - Willich - Krefeld - Düsseldorf)
A52 (Mönchengladbach - Willich-Schiefbahn - Düsseldorf)
ÖPNV:
Am östlichen Ende von Anrath, direkt an der Stadtgrenze, gibt es den einzigen Bahnhof der Stadt. Der nächste Bahnhof, an dem auch Fernzüge halten, ist der Düsseldorfer Hauptbahnhof. Im gesamten Stadtgebiet fährt abends ein Anrufsammeltaxi, das auch die Bahnhöfe in Anrath und am Kaarster See anbindet. In Anrath verkehrt stündlich ein Bürgerbus, für den Stadtteil Willich ist ein solcher geplant. Flughäfen:
Direkt an der südlichen Stadtgrenze liegt der ehemals zu Neersen gehörende Flughafen Mönchengladbach. Der Düsseldorfer Flughafen ist etwa 25 Kilometer entfernt. Weitere Flughäfen in der Umgebung sind der Airport Weeze und der Flughafen Köln/Bonn, die jeweils rund 75 Kilometer entfernt liegen.

Wirtschaft

In den 1970er Jahren verließ Willichs damals wichtigster Arbeitgeber, die Hannen-Brauerei, die Stadt. Daraufhin entstand mit Unterstützung des Kreises Viersen und Fördermitteln des Landes NRW westlich von Alt-Willich das Gewerbegebiet Münchheide. Aufgrund der guten Autobahn-Anbindung (A44) entwickelte sich Münchheide schnell zu einem der größten Gewerbegebiete der Region. Seit Mitte der 1990er Jahre entsteht im ehemaligen Stahlwerk Becker ein weiteres Gewerbegebiet. Mittlerweile haben einige internationale Konzerne (z.B. LG Electronics, Pioneer, Umax, Canon, Hitachi, Seiko, Yonex) in Willich ihre Europa- bzw. Deutschland-Zentrale. In früheren Zeiten wichtiger Arbeitgeber in der Altgemeinde Anrath war das dortige Königlich-preußische Gefängnis. Die heutige Justizvollzugsanstalt Willich besteht eigentlich aus zwei selbständigen Anstalten für Frauen bzw. Männer. Eine Willicher Besonderheit ist, dass die Arbeitslosenquote der Stadt unbekannt ist. Willich gehört zum Arbeitsamtsbezirk Krefeld und die statistischen Daten werden nur für Krefeld und Willich zusammen veröffentlicht. Somit sind weder die Arbeitslosenzahlen für Krefeld, noch die für Willich und damit auch nicht die des Kreises Viersen bekannt.

Medien

In Willich erscheinen die Tageszeitungen Westdeutsche Zeitung und Rheinische Post mit Lokalausgaben. Regelmäßig erscheinende Anzeigenblätter sind die Willicher Nachrichten und der Extra-Tipp am Sonntag.

Öffentliche Einrichtungen

Willich ist Sitz des Wehrbereichsbekleidungsamts III der Bundeswehr. Im Stadtteil Willich befindet sich auch das Hallen- und Freibad De Bütt.

Bildung

In der Stadt Willich gibt es neun Grundschulen mit 2003 rund 2.700 Schülern. Es sind alle weiterführende Schulformen vorhanden. Diese wurden 2003 von insgesamt 4.390 Schülern besucht Die Robert-Schuman-Gesamtschule ist die einzige weiterführende Schule in Alt-Willich. Sie wurde 1992 in einer ehemaligen Hauptschule eingerichtet und hatte 2003 1.112 Schüler. Das St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn ist die älteste weiterführende Schule. Es entstand aus einer 1945 eröffneten Missionsschule und befindet sich noch heute in privater Trägerschaft der Hünfelder Oblaten. 2003 besuchten 1.200 Schüler das Gymnasium. Seit 1978 existiert in Schiefbahn gegenüber vom Gymnasium die Willi-Graf-Realschule. Sie hatte 2003 784 Schüler. 1998 nahm in Anrath das städtische Lise-Meitner-Gymnasium den Schulbetrieb auf. 2003 lernten dort 665 Schüler, von denen die ersten 2007 ihr Abitur machen können. Die Johannesschule in Anrath ist die einzige noch bestehende von ehemals vier Hauptschulen in der Stadt. Sie wurde 1952 als Volksschule errichtet und hatte 2003 629 Schüler. In Neersen gibt es keine weiterführende Schule mehr. Mit der Pestalozzischule hat die Stadt Willich auch eine Sonderschule. Besonders hierbei ist, dass diese Schule von Willich nach Schiefbahn umgezogen ist. Im ehemaligen Gebäude in Willich ist jetzt die Oberstufe der Gesamtschule untergebracht. In den neuen Räumen der Sonders