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Hann. Münden
Hann. Münden (früher Hannoversch Münden, oder Münden) ist eine Stadt im südlichen Niedersachsen, an der Grenze zu Hessen, zwischen den Oberzentren Göttingen und Kassel gelegen. In Hann. Münden entsteht aus dem Zusammenfluss von Werra und Fulda die Weser. Bekannt ist Hann. Münden auch durch Doktor Eisenbarth, der dort begraben liegt.
Alexander von Humboldt soll Hann. Münden einmal als "eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt" bezeichnet haben.
Geografie
Kernstadt und Ortsteile
Mit dem "Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen" wurden die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss der bisherigen Kreise Münden, Duderstadt und Göttingen zum heutigen Landkreis Göttingen geschaffen. Dieses Gesetz trat zum Stichtag 1. Januar 1973 in Kraft. Im Zuge dieser Verwaltungs- und Gebietsreform wurden gleichzeitig die Gemeinden neu geordnet und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. Seit diesem Zeitpunkt setzt sich die Stadt Hann. Münden aus der Kernstadt und insgesamt zehn Ortsteilen zusammen.
- Kernstadt: Altmünden, Hermannshagen, Innenstadt, Neumünden, Stadtgebiet "über der Bahn" (Galgenberg, Vogelsang, Kattenbühl).
- Ortsteile: Bonaforth, Gimte (mit Hilwartshausen), Hedemünden, Hemeln (mit Bursfelde und Glashütte), Laubach, Lippoldshausen, Mielenhausen, Oberode, Volkmarshausen, Wiershausen.
Größere Orte in der Umgebung sind unter anderem Dransfeld, Jühnde und Scheden.
Geschichte
Scheden
Scheden
Die Gründung der Stadt ist nicht genau belegt. Die erste urkundliche Erwähnung in einem Dokument von 1183 spricht schon von einer Stadt. Eine Siedlung "Gimundi" an der Stelle des jetzigen Altmünden wurde schon ungefähr 802 an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt. Dort hat sich Kaiser Heinrich III. im Jahr 1049 aufgehalten.
1247 erhielt Münden das Privileg des Stapelrechts, das der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf. Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben. Im 16. Jahrhundert war Münden durch den Weserhandel die wichtigste Handelsstadt bis Bremen für Waren vor allem aus Thüringen. Gehandelt und auf der Weser transportiert wurden vor allem Färberwaid, damals ein wichtiges blaues Färbemittel, Glas, Textilien, Flöße mit Holz und Getreide aus Thüringen. Von der Nordsee kamen weseraufwärts Heringe und andere Fische.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt nach mehrtägigem Beschuss durch die Soldaten Tillys eingenommen und ein Großteil der Bevölkerung umgebracht.
1776 wurden in Münden fast 20.000 hessische Soldaten eingeschifft, die der Landgraf von Hessen-Kassel Friedrich II. an den hannoverschen Kurfürsten und König von Großbritannien, Georg III., verkauft hatte. Sie wurden für den Kampf gegen die amerikanischen Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt. Kaum mehr als die Hälfte kamen zurück.
Von 1856 bis 1980 endete im Bahnhof von Hann. Münden die von Göttingen über Dransfeld führende Hannöversche Südbahn, einst zweigleisige Hauptstrecke. Diese hatte als einzige Bahnstrecke im Königreich Hannover bei Hann. Münden einen Tunnel,
was für den König der aussschlaggebende Grund für den Bau bis Hann. Münden gewesen sein soll. Wahrer Grund des Tunnelbaus waren jedoch Kostengründe und der Wunsch, die Strecke möglichst in Höhenlage bis Kassel zu führen. So befindet sich auch der Mündener Bahnhof in Hanglage, relativ weit vom historischen Stadtkern.
Politik
Wappen und Flagge
Das Wappen der Stadt Hann. Münden zeigt in rotem Schild eine silberne Burg mit breitbedachtem, blaugedecktem und goldbekröntem Mittelturm zwischen jeweils zwei spitzbedachten, blaugedeckten Seitentürmen; im Torbogen ein roter Schild, darin ein blaubewehrter goldener Löwe; über dem Tor am Mittelturm ein gotisches schwarzes M.
Die Farben der Stadt sind gelb und rot. Die Flagge zeigt die Farben gelb und rot in zwei gleichbreiten Längsstreifen.
Städtepartnerschaften
Hann. Münden unterhält mit folgenden Kommunen eine Städtepartnerschaft:
- Chełmno nad Wisłą (Polen)
- Hackney (England)
- Holon (Israel)
- Suresnes (Frankreich)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
Frankreich
Frankreich
Frankreich
Frankreich
Hann. Münden ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern (über 700 im historischen Stadtkern) und kann zum Teil mittelalterliche Kirchen (St. Blasius, St. Ägidien) vorweisen. Auch eindrucksvolle Bauten der sog. Weserrenaissance bereichern das Bild der Stadt, zu nennen sind insbesondere das Welfenschloss und das historische Rathaus. Einige Partien der mittelalterlichen Stadtmauer einschließlich der Wehrtürme sind erhalten.
Die auch als "Drei-Flüsse-Stadt" bezeichnetete Stadt Hann. Münden erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für ihr Stadtbild, etwa die Goldmedaille im Bundeswettbewerb "Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau". Innerhalb des Gesamtensembles der historischen Altstadt und in dessen Umgebung sind als besondere Bauwerke insbesondere hervorzuheben:
- Rathaus: Im Zentrum des Stadtkerns befindet sich das Rathaus, dessen Kern ein gotischer Saalbau aus dem 14. Jahrhundert bildet. In den Jahren 1603 bis 1618 wurde das Gebäude durch den Lemgoer Baumeister Georg Crossmann umgebaut und erhielt seine bis heute erhaltene Schmuckfassade. Vom Mittelalter bis heute diente das Gebäude als Sitz von Stadtrat und (Teilen der) Stadtverwaltung. Die untere Rathaushalle ("Koph-Hus") ist mit Wandmalereien geschmückt, die Auszüge aus der Stadtgeschichte zeigen. Die obere Rathaushalle ("Hochtiedshusaquo" = Hochzeitshaus) wird heute zur Durchführung von Ausstellungen genutzt. An der nördlichen Fassade befindet sich ein Glockenspiel, das täglich um 12:00, 15:00 und 17:00 Uhr einen Figurenumlauf mit Szenen aus dem Leben des weltberühmten Doktor Johann Andreas Eisenbarth zeigt.
- Welfenschloss: Fertiggestellt wurde das erste Mündener Schloss im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. (Calenberg-Göttingen) als gotischer Bau. Es handelte sich um ein Residenzschloss mit Verwaltungssitz. Nach fast vollständiger Vernichtung dieses Schlosses bei einem Brand im Jahr 1560 baute Herzog Erich II. das Schloss im Stil der frühen Weserrenaissance wieder auf. Später verlor das Welfenschloss mehr und mehr an Bedeutung und wurde nur noch vereinzelt als Aufenthaltsort der Landesherren genutzt. Ein erneuter Brand im Jahr 1849 zerstörte den Südflügel, der anschließend nicht wieder aufgebaut wurde. Erhalten sind im heutigen Welfenschloss, in dem das Stadtarchiv, die Stadtbücherei, das Amtsgericht und das Städtische Museum untergebracht sind, zwei Renaissancegemächer mit flächendeckenden Wandmalereien.
- Alte Werrabrücke: die Steinbrücke über die Werra verbindet den Stadtkern mit der Vorstadt Blume. Sie wurde vor 1329 erbaut und ist eine der ältesten Steinbrücken Niedersachsens.
- Historischer Packhof: An der Spitze der Schlagden, die dem Umschlag von Waren auf den Schiffahrtswegen Weser, Werra und Fulda dienten, befindet sich der Packhof. Dieses klassizistische Gebäude, das in den Jahren 1839/1840 errichtet worden ist, hebt sich durch seine Größe und seine im Vergleich zu den reich verzierten Fachwerkhäusern schlichte Fassade hervor. Im alten Packhof sind heute ein Hotel sowie Ausstellungsflächen untergebracht.
- Weserstein: Auf der Spitze des Tanzwerders, am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser, befindet sich der als Weserstein bezeichnete und mit einem Gedicht versehene Findling.
- Weserliedanlage: Am Hang hoch oben über Hann. Münden und dem Weserstein steht auf der rechten Flussseite der hier beginnenden Weser die Weserliedanlage. Erinnert wird an den Dichter des Weserliedes (Dingelstedt) und den Komponisten des Liedes (Pressel). Von der Weserliedanlage kann man seine Blicke weit über das Stadtgebiet schweifen lassen.
- Tillyschanze: Als Erinnerung an die Belagerung Mündens durch den Feldherrn Tilly im Jahr 1626 wurde im Reinhardswald oberhalb der Stadt ein Aussichtsturm errichtet. Auf Anregung einer Bürgerinitiative wurde der als Tillyschanze bezeichnete Turm in den Jahren 1881 – 1885 errichtet. Neuere Forschungen belegen zwar, dass Tilly seine Kanonen nicht an dieser Stelle, sondern am Fuldaufer aufgestellt hatte, dennoch lohnt sich wegen des Blicks auf die Altstadt ein Besuch des Aussichtsturms.
- Rotunde: Hierbei handelt es sich um ein Tor der historischen Stadtbefestigung, mit dessen Bau im Jahr 1502 unter Herzog Erich I. begonnen und welches im Jahr 1579 unter Erich II. fertiggestellt worden ist. Heute befindet sich im Inneren des Gebäudes eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege und an der Südseite für die Opfer der Gewalt des Nazi-Regimes.
- Forstbotanischer Garten: In dem zwar kleinen, aber artenreichen botanischen Garten befinden sich über 700 unterschiedliche Gehölzarten und -formen, die täglich besichtigt werden können.
- Wasserspuren: Das Projekt "Wasserspuren" ist im Rahmen der EXPO 2000 entstanden. Durch die gesamte Altstadt ziehen sich verschiedene Wasserläufe, Brunnen und Wasserspielplätze. Ergänzt werden diese Installationen durch den EXPO-Themenpfad "Wasser" und Installationen des EXPO-begleitenden Kunstprojektes "3 Räume - 3 Flüsse" auf dem Doktorwerder, einer kleinen Insel in der Werra.
- Freilichtbühne: Die Ruine der Freilichtbühne liegt am Kattenbühl auf dem Tannenkamp mitten im Wald und bietet Raum für etwa 800 Zuschauerplätze. Die Anlage wurde vom Reichsarbeitsdienst erbaut und Pfingsten 1933 eingeweiht. Der örtliche Verein "Spielbühne" hat die seit Jahrzehnten nur noch sporadisch genutzte Bühne 2005 renoviert und will einen geregelten Spielbetrieb in den Sommermonaten aufnehmen (geplanter Start 20. August 2005).
Touristische Routen
Hann. Münden liegt außerdem an verschiedenen touristischen Routen: der Deutschen Märchenstraße, der Deutschen Fachwerkstraße, der [http://www.reiseland-niedersachsen.de/specials/ferienstrassen/strasse-der-weserrenaissance/index.php Straße der Weserrenaissance], der Deutschen Ferienroute Alpen-Ostsee, dem Werratal-Radweg und dem Weser-Radweg.
Wiederkehrende Veranstaltungen
- Doktor-Eisenbarth-Spiele (in den Sommermonaten auf einer Freilichtbühne vor dem Rathaus)
- Stapelmarkt (mittelalterlicher Markt in der Innenstadt)
- Altstadtfest
- Rosenfest (Mitte Juni, mit Wahl der Rosenfee)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehrsanbindungen
Die Stadt ist über die zwei Anschlussstellen Hann. Münden-Lutterberg und Hann. Münden-Hedemünden an die A 7 angebunden und verfügt somit über eine gute Lage am übergeordneten Verkehrsnetz. Außerdem liegt Hann. Münden im Schnittpunkt der Bundesstraßen B 3 und B 80. Des Weiteren ist Hann. Münden auch an die B 496 angebunden, die von Hann. Münden zur A 7 zur Anschlussstelle Lutterberg führt.
Darüber hinaus sind vom Bahnhof des Mittelzentrums Hann. Münden aus mit Regionalzügen die Städte Göttingen, Kassel, Halle und Erfurt zu erreichen, in denen Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn besteht.
In der Gemeinde Calden, rund 20 Kilometer von Hann. Münden entfernt, befindet sich der Regionalflughafen Kassel-Calden.
In der Sommersaison (1. Mai bis 15. September) bestehen Linien-Schiffsverbindungen über die Fulda täglich von und nach Kassel-Altmarkt ([http://www.schifffahrtslinie-rehbein.de Rehbein-Linie]) und über die Weser montags von und mittwochs nach Bad Karlshafen ([http://www.bad-karlshafen.de/4freizeit/Schifffahrt/default.htm Linie 2000]).
Überörtliche Einrichtungen
- [http://www.fhvr.niedersachsen.de Niedersächsische Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege], Fakultät Polizei (ehemalige Landespolizeischule)
- [http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/bipni/ Bildungsinstitut der Polizei Niedersachsen] Polizei (ehemalige Landespolizeischule)
- Hessische Forstliche Versuchsanstalt Hann. Münden (HFV)
- Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden
- [http://www.nzn.de/ Nephrologisches Zentrum Niedersachsen] Fachklinik für Innere Medizin/Nephrologie, Urologie und Nieren-Transplantation
Persönlichkeiten
- Gustav Eberlein, Bildhauer
- Johann Andreas Eisenbarth († 1727), wandernder Chirurg und Augenarzt
- Georg Friedrich Grotefend ( - 1775), Lehrer und Wissenschaftler, Entzifferer der Keilschrift
- Alexander Mitscherlich, Chemiker, erste Zellulosefabrik der Welt nach dem Sulfit-Verfahren (1872)
- Waldemar Mitscherlich ( - 1877), Staatswissenschaftler
- Adam von Trott zu Solz, Diplomat, Widerstandskämpfer während der NS-Zeit (Abitur in Hann. Münden 1927)
- Hanne Wieder ( - 1929), Kabarettistin, Schauspielerin, Sängerin
- Ernst Wollweber ( - 1898), Minister für Staatssicherheit der DDR
Literatur
- Andrea Bulla: Am Anfang war die Stadt. Archäologische Spurensuche im mittelalterlichen Hannoversch Münden, Rahden/Westf. 2004. ISBN 3-89646-927-4
- Martin Czichelski: Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen. Eine interdisziplinäre Betrachtung der wissenschaftlichen Forschung, Münden 2002.
- H. Fiedler (u.a): Münden im Bild der Jahrhunderte. Beschreibendes Verzeichnis der Darstellungen der Stadt und der heute zu ihr gehörenden Orte in der Graphik des 16. bis 19. Jahrhunderts, Hannoversch Münden 1983.
- Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Münden nebst Umgebung mit besonderer Hervorhebung der Begebenheiten des dreißigjährigen und siebenjährigen Krieges, 2. Aufl. Münden 1909.
- Johann Dietrich von Pezold: Das Stapelrecht der Stadt Münden 1247-1824. Ein erster Überblick, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 70 (1998), S. 53-71.
- Helmut Saehrendt: Hannoversch Münden. Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt, sehenswertes in der Stadt, Hannoversch Münden 2002.
- Joachim von Stockhausen: Hann. Münden und die Schiffahrt auf Werra, Fulda und Weser, Göttingen 2003. ISBN 3-89533-441-3
Friedrich Gieseler, Karl Kreike: ´Gimter Chronik` 1962 ROTAdruck Rendsburg
Weblinks
- [http://www.hann.muenden.de/ Internetpräsenz der Stadt Hann. Münden]
- [http://www.hann-muenden.net/ Hann. Münden Netzwerk]
- [http://www.museumsverbund.de/museen/hannmuenden.htm Städtisches Museum]
- [http://www.feuerwehrverein-hannmuenden.de/ Feuerwehrverein Hann. Münden e.V.]
- [http://www.wsa-hmue.wsv.de/ Wasser- und Schiffahrtsamt Hann. Münden]
Kategorie:Ort in Niedersachsen
ja:ハン・ミュンデン
NiedersachsenSiehe auch Portal Niedersachsen.
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Niedersachsen liegt in Norddeutschland und ist flächenmäßig nach Bayern das zweitgrößte Land der Bundesrepublik Deutschland. Landeshauptstadt ist Hannover.
Geografie
Räumliche Lage
Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf der Elbe. Ausgenommen hiervon ist das Amt Neuhaus, das rechts der Elbe liegt. Im Südosten wird es durch den Harz, ein deutsches Mittelgebirge, begrenzt. Ein Großteil des Landes gehört zur Norddeutschen Tiefebene. Im Nordosten Niedersachsens erstreckt sich die Lüneburger Heide. Während dort ärmere Sandböden (Heide und Geest) dominieren, finden sich im Osten und Südosten in der Hildesheimer Börde mithin die besten Böden Deutschlands. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltigen Böden) ist das Land landwirtschaftlich gut erschlossen.
Die Flüsse Aller, Weser, Ems und Elbe prägen Niedersachsen.
Der höchste Berg ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen
Nachbarländer
Angrenzende Bundesländer sind Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bremen. Kein anderes deutsches Bundesland hat mehr Nachbar-Bundesländer.
Niedersachsen hat eine Außengrenze zu den Niederlanden und Anteil an der deutschen Nordseeküste.
Geschichte
Niedersachsen ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Land neu gegründet worden, nachdem es ein Teil der britischen Besatzungszone war. Es entstand aus den ehemaligen Territorien des Königreichs Hannover (1866 bis 1946 preußische Provinz Hannover, 1946 Land Hannover), des Großherzogtums Oldenburg, des Herzogtums Braunschweig und des Fürstentums Schaumburg-Lippe.
Der Name "Niedersachsen" als Regionsbezeichnung ist jedoch schon sehr viel älter; Name und Wappen des neuen Bundeslandes greifen auf den Volksstamm der Sachsen zurück, dessen Siedlungsraum etwa dem heutigen Niedersachsen und einigen angrenzenden Gebieten entsprach. Der Zusatz "Nieder-" stammt bereits aus dem Mittelalter (Niedersächsischer Reichskreis) und unterschied das alte Sachsenland von den später aus dynastischen Gründen "(Ober-)Sachsen" genannten mitteldeutschen Fürstentümern (siehe Freistaat Sachsen).
Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begründete Bindung insbesondere Hannovers an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland. Das "Lied der Niedersachsen" (Niedersachsenlied) wird als Landeshymne angesehen.
Am 1. Juni 1993 tritt die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die "Vorläufige Niedersächsische Verfassung" von 1951 ablöst. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz.
Nach einem Bürgerentscheid 1993 wurde das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz vom Land Mecklenburg-Vorpommern zum Land Niedersachsen ausgegliedert und als neue Gemeinde Amt Neuhaus dem Landkreis Lüneburg angegliedert.
Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, aus denen Niedersachsen bis dato bestand, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems.
Politik
Weser-Ems]]
Bei den Landtagswahlen am 2. Februar 2003 erlitt die SPD eine schwere Niederlage und verlor ihre Regierungsmehrheit. Wahlsieger war die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Wulff den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit der FDP stellte.
Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen seit 1946:
Wahlergebnisse und Landesregierungen seit 1947.
Im Bundesrat hat Niedersachsen sechs Stimmen, die höchst mögliche Anzahl, ebenso wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.
Verwaltung
Verwaltungsreform
Zum 1. Januar 2005 wurden die bisher existierenden Regierungsbezirke aufgelöst. Mittelfristig (vermutlich 2008) wird in Niedersachsen wohl eine Kreisgebietsreform durchgeführt werden, in deren Verlauf die zum Teil sehr überschuldeten Landkreise zusammengelegt werden. Die Kreisgrenzen werden sich dabei voraussichtlich an den Grenzen der niedersächsischen Landschaftsverbände orientieren. Zurzeit bestehen in vielen Gemeinden Fusionspläne mit Nachbargemeinden.
Siehe hierzu auch im Artikel über den Landkreis Lüchow-Dannenberg
Verwaltungsgliederung
Landkreise
Niedersachsen besteht zur Zeit aus folgenden Landkreisen (in Klammern die Autokennzeichen):
Landkreis Lüchow-Dannenberg
Kreisfreie Städte
# 18px Braunschweig (BS)
# 18px Delmenhorst (DEL)
# 18px Emden (EMD)
# 18px Oldenburg (Oldb) (OL)
# 18px Osnabrück (OS)
# 18px Salzgitter (SZ)
# 18px Wilhelmshaven (WHV)
# 18px Wolfsburg (WOB)
Größte Städte
weitere Artikel
Niedersächsische Europapolitik
Wirtschaft
Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig/Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken, darunter dem Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg, und der in Peine und Salzgitter ansässigen Stahlindustrie. Braunschweig ist außerdem ein bedeutender Wissenschaftsstandort.
Das Emsland, die Lüneburger Heide und Teile der Küstenregion gehören dagegen seit langem zu den strukturschwachen Räumen. Es gibt inzwischen eine Anzahl von Projekten, um die wirtschaftliche Lage in diesen Gebieten zu verbessern. Dazu gehören:
- Die aus Mitteln der örtlichen Wirtschaft mitfinanzierte Emslandautobahn A 31, die von Ostfriesland durch das Emsland nach Bottrop ins westliche Ruhrgebiet führt.
- Die Küstenautobahn A 22, die von Schleswig-Holstein durch den geplanten Elbtunnel bei Stade und den Wesertunnel bei Dedesdorf zur A 29 bei Oldenburg führen soll
- Mehrere Ethen-Pipelines, die die Chemiestandorte in Nordrhein-Westfalen mit denen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbinden sollen und in Niedersachsen insbesondere den Produktionsstandorten Stade und Wilhelmshaven zu Gute kommen werden
- Der Containerhafen JadeWeserPort in Wilhelmshaven, der als einziger deutscher Seehafen auch von den größten Containerschiffen künftiger Generationen angelaufen werden können wird.
Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide. In der Lüneburger Heide ist der Boden karg, Hauptprodukte sind Kartoffeln und als Spezialität Spargel. In den Marschgebieten an der Küste dominiert hingegen die Viehzucht.
Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch als Braunkohl bekannt). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden) ein wichtiger Wirtschaftszweig.
An der Küste spielt die Hafenwirtschaft eine bedeutende Rolle, während die Bedeutung des Schiffbaus abgenommen hat.
In vielen Teilen Niedersachsens gibt es Tourismus, vor allem in den alten Feriengebieten des Harzes, der Lüneburger Heide und der Küstenregion mit ihren Inseln und Seebädern.
Die Bundeswehr wird auch künftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit über 55.000 Soldaten und zivilen Beschäftigten wird Niedersachsen nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Bundesland mit der größten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein.
An drei Standorten in Niedersachsen finden sich in Betrieb befindliche Atomkraftwerke, bei Lingen, bei Grohnde und bei Nordenham.
Wissenschaft
Bedeutende wissenschaftliche Standorte sind Göttingen, Braunschweig und Hannover.
Kleinere wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg in Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Universität Lüneburg und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.
Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes.
Siehe auch: Liste von wissenschaftlichen Einrichtungen in Niedersachsen
[http://www.mwk.niedersachsen.de/master/C732_L20_D0.html Die Website des niedersächsischen Minesteriums für Wissenschaft und Kultur]
Bevölkerung
Die historisch angestammte Bevölkerung setzt sich aus Niedersachsen und Friesen zusammen. Hinzu kommt eine vielzahl aus ganz Deutschland zugewanderter Personen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete für Heimatvertriebene aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudetenland. Durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg entstand während des Wirtschaftswunders ein hoher Bedarf an Arbeitskräften, weswegen man viele Gastarbeiter aus Italien, Spanien und der Türkei anwarb, die häufig in Niedersachsen blieben. Seit dem Ende des kalten Krieges kamen viele Aussiedler und Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen ins Land.
Sprache
In Niedersachsen werden Hochdeutsch, Friesisch (Saterfriesisch) und verschiedene Formen des Plattdeutschen gesprochen. Diese niederdeutschen Sprachformen werden heutzutage im Oldenburger Land, in Ostfriesland, im Emsland, in der Wümmeniederung, der Lüneburger Heide und an der Waterkant (Nordseeküste) verwendet. Dialekte des Ostfälischen werden noch in geringem Maße im Weserbergland, im Braunschweiger Land und im Eichsfeld gesprochen. Die Aussprache des Hochdeutschen in der Umgebung von Hannover gilt allgemein als vorbildlich, weil der Schriftsprache am nächsten (das Plattdeutsche ist dort schon seit längerer Zeit verschwunden). Jedoch besitzt die Sprache auch dort eine ortseigene Färbung. Amtssprachen sind Hochdeutsch und seit der Unterzeichnung der europäischen Sprachencharta auch Plattdeutsch und Saterfriesisch.
Besonders lebendig ist das Plattdeutsche noch in Ostfriesland. Plattdeutsch hat sich hier unabhängig von anderen niederdeutschen (genauer: niedersächsischen) Dialekten entwickelt und zeigt große Verbindung mit dem Niederländischen und dem Friesischen, das in Ostfriesland aber seit dem 18. Jahrhundert durch das Niederdeutsche verdrängt wurde. Die Anzahl der Sprecher des Niederdeutschen ist in Ostfriesland mit mehr als der Hälfte der Bevölkerung besonders hoch, insgesamt sprechen und verstehen etwa 40% der niedersächsischen Bevölkerung den traditionellen Dialekt ihrer Region, wobei ein starkes Stadt-Land-Gefälle festzustellen ist.
Siehe auch: Sprachen und Dialekte in Niedersachsen
Küche/Essen
Siehe unter Niedersächsische Küche
Kunstgeschichte
Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten in Herrenhausen (Hannover) - die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt.
Tourismus
Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr sind die Nordseeküste, der Harz, Hannover, Braunschweig, Lüneburg, Wolfsburg mit der Autostadt, das Eichsfeld, das Weserbergland und das Leinebergland, Ostfriesland, die Lüneburger Heide, die Wümmeniederung, das Steinhuder Meer, der Dümmer, das Alte Land, das Elbetal und die Flüsse Aller, Leine, Hunte, Wümme und Weser. Das Brauchtum umfasst unter anderem das Grünkohlessen und Schützenfeste.
Regionen
Siehe auch: Niedersächsische Verfassung, Liste der Orte in Niedersachsen
Verbände in Niedersachsen
- Niedersächsischer Fußball-Verband
- Niedersächsischer Volleyballverband
- Niedersächsischer Sportschützenverband
- Medizinischer Dienst der Krankenversicherung Niedersachsen
- Landesverband Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden im Nordwesten Niedersachsens
- Landesfeuerwehrverband Niedersachsen e.V.
Persönlichkeiten
Träger der Niedersächsischen Landesmedaille
Diese Liste ist nicht vollständig.
- Johannes Lilje (1899-1977), Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
- Josef Homeyer ( - 1929), Bischof
Söhne und Töchter Niedersachsens
- Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1726), Universalgenie
- Adolph Freiherr Knigge (1752-1796), Schriftsteller
- Ernst August I. (1771-1851), König von Hannover
- Carl Friedrich Gauß (1777-1855), Mathematiker und Astronom
- Johann Gerhard Oncken (1800 - 1884), Begründer der deutschen und kontinentaleuropäischen Baptistengemeinden, heute: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden
- Georg Ferdinand Howaldt (1802-1883), Goldschmied, Bildhauer und Erzgießer in Braunschweig
- Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899), Naturwissenschaftler
- Werner von Siemens (1816-1892), Erfinder und Unternehmer
- Rudolf von Bennigsen (1824-1902), liberaler Politiker
- Wilhelm Raabe (1831-1919), Schriftsteller
- Wilhelm Busch (1832-1908), Zeichner und Autor von Bildergeschichten
- Adolf Breymann (1839-1878), Bildhauer
- Hermann Heinrich Howaldt (1841-1891), Bildhauer, Erzgießer und Kupfertreiber in Braunschweig
- Robert Koch (1843-1910), Arzt und Bakteriologe
- Hermann Löns (1866-1914), Dichter
- Paula Modersohn-Becker (1876-1907), Malerin
- Otto Hahn (1879-1968), Chemiker, Nobelpreis-Träger
- Kurt Schwitters (1887-1948), Maler und Dichter
- Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961), erster Ministerpräsident von Niedersachsen
- Ernst August Prinz von Hannover (geb. 1954), Oberhaupt des ehemals königlichen Hauses Hannover
- August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874), Germanist, Sprachforscher und deutscher Liederdichter
Literatur
- Fritz Mielert: Du schönes Niedersachsen. (3 Bände; Teil 1: Hannover, Oldenburg, Bremen, Braunschweig, Schaumburg-Lippe, Hessen (nördl. Kassel); Teil 2: Lübeck, Mecklenburg, Lauenburg, Vorpommern mit Rügen, Usedom und Wollin; Teil 3: Hamburg, Schleswig-Holstein.). Johann Georg Holzwarth/Carl Schünemann. Bad Rothenfelde/Bremen. 1921 - 1923
- Kleine Niedersächsische Literaturgeschichte in drei Bänden Von Dichterfürsten und anderen Poeten. Herausgegeben von Dirck Linck (III), Jürgen Peters (I-III) und Wilhelm Heinrich Pott (I+II). Mit Register und Literaturverzeichnis. Gebunden. 8°.
Band I. Zweiunddreißig Portraits von Roswitha von Gandersheim bis Johann Peter Eckermann. 256 Seiten. 38 Abb. ISBN 3927715298 (1993)
Band II. Siebenunddreißig Portraits von Stendhal bis Arno Schmidt. 288 Seiten. 40 Abb. ISBN 392771531X (1994)
Band III. Fünfundvierzig Portraits von Arno Schmidt bis Hans Pleschinski. Mit Fotografien von Isolde Ohlbaum, Brigitte Friedrich u.a. 336 Seiten. 60 Abb. ISBN 3927715301 (1996)
»Geschichten, gesetzt aus Poetenleben, wissenschaftlich fundiert und erzählerisch aufbereitet zu einer Geschichte von Lebenden.« (NDR, Wolfgang Hausmann)
Weblinks
- [http://www.niedersachsen.de/ www.niedersachsen.de] - Offizielle Seite
- [http://www.niedersachsennavigator.de/ www.niedersachsennavigator.de] - Kartenserver des Landes, vom Flurstück bis zur Übersichtskarte
- [http://www.sachsengeschichte.de/ www.sachsengeschichte.de] - Geschichte der Niedersachsen und des Sachsennamens
- [http://www.koenigreich-hannover.de/ www.koenigreich-hannover.de] - Geschichte d. Landes Hannover
- [http://194.95.154.20/abacus/nds.htm Niedersächsische Bibliographie online] Datenbank der Niedersächsischen Landesbibliothek mit 75.000 Büchern und Aufsätzen zum Thema "Niedersachsen" in allen Aspekten
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als:Niedersachsen
ja:ニーダーザクセン州
ko:니더작센 주
simple:Lower Saxony
Hessen
Hessen ist ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden.
Geografie
Nachbarländer
In der Mitte Deutschlands liegend grenzt Hessen an die Länder Nordrhein-Westfalen (Grenzlänge: 269 330 m), Niedersachsen (167 013 m), Thüringen (269 647 m), Bayern (261 881 m), Baden-Württemberg (176 540 m) und Rheinland-Pfalz (266 325 m). Daraus ergibt sich eine Gesamtgrenzlänge von 1410,736 km.
Städte
Die größten hessischen Städte sind (geordnet nach Einwohnerzahl) Frankfurt am Main, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt, Offenbach am Main, Hanau, Marburg an der Lahn, Gießen, Fulda, Rüsselsheim, Wetzlar und Bad Homburg v. d. Höhe - siehe auch: Liste der Orte in Hessen.
Mittelgebirge & Berge
Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen; nach deren jeweils höchsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rhön, Taunus, Upland, Vogelsberg, Hoher Meißner, Kellerwald, Westerwald, Kaufunger Wald, Knüllgebirge, Habichtswald, Odenwald, Stölzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald und Reinhardswald. Die höchste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950 m ü. NN) in der Rhön (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).
Gewässer
Flüsse
Unter anderen durchfließen die nachfolgend genannten Flüsse das Bundesland Hessen ganz oder nur teilweise. Während der Strom Rhein im Südwesten des Landes die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet, ist der Neckar auf kleiner Strecke südlicher Grenzfluss zu Baden-Württemberg und die Werra bzw. die Fulda bilden im Osten bzw. in Nordhessen teilweise die Grenze zu Thüringen und Niedersachsen oder kreuzen diese politischen Grenzen; die längsten bzw. bekanntesten Fließgewässer (mit jeweiliger Gesamtlänge) in Hessen sind:
Seen
In Hessen liegen keine sehr großen natürlichen Seen. Der größte hessische Stausee ist der nordhessische Edersee.
Becken & Niederungen
Die größten Ebenen sind das Rhein-Main-Gebiet, die Oberrheinische Tiefebene und die Wetterau. Nach Norden schließen sich die so genannten "Hessischen Beckenlandschaften" an: Amöneburger Becken, Fritzlar-Waberner Becken und Kasseler Becken. Diese Becken sind jedoch im geomorpholgischen Sinn eigentlich keine Becken sondern teils weiträumige Niederungen, die von Flüssen durchflossen werden. Die niedrigste Stelle von Hessen befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m ü. NN) im Rheingau-Taunus-Kreis.
Staatsaufbau
Allgemein
Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik. Außerdem bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit und Völkerverständigung. Der Krieg ist geächtet.
Legislative
Die Legislative wird vom Landtag ausgeübt, soweit sie nicht dem Volke durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volke gewählten Abgeordneten.
Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben.
Alle Parteien mit mehr als 5 Prozent der Stimmen sind im Landtag vertreten.
Exekutive
Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern zusammen. Der Ministerpräsident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafür dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbständig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Landtage. Der Ministerpräsident vertritt das Land Hessen nach außen.
Der Landtag wählt ohne Aussprache den Ministerpräsidenten mit mehr als der Hälfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der Ministerpräsident ernennt daraufhin die Minister.
Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der Häuser, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.
Judikative
Die Judikative wird vom Hessischen Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fünf Richtern und sechs vom Landtag nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören dürfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, über Verfassungstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen Fällen.
Politik
Bei der Landtagswahl am 2. Februar 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze).
Die nächste Landtagswahl wird voraussichtlich im Frühjahr 2008 stattfinden.
Siehe auch:Ergebnisse der Landtagswahlen in Hessen.
Eine Besonderheit der hessischen Verfassung ist die noch immer existente Todesstrafe. Sie ist in Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 festgelegt. Da das Grundgesetz jedoch die Abschaffung der Todesstrafe bestimmt und in der Normenhierarchie über Landesverfassungen steht, wird sie nicht vollstreckt. Der entsprechende Artikel in der hessischen Verfassung soll bei einer zukünftigen Reform der Verfassung wohl geändert werden. Bemerkenswert ist jedoch, dass er trotz mehrerer Änderungen der Verfassung seit Inkrafttreten, die letzte Änderung war 2002, immer noch in dieser Form besteht. Da Verfassungsänderungen in Hessen jedoch neben der Zustimmung des Parlaments einer Volksabstimmung bedürfen, wird möglicherweise eine Zustimmung der hessischen Bevölkerung als nicht sicher angesehen. Im Januar 1970 stellte die Fraktion FDP einen Antrag zur Änderung der hessischen Verfassung, der als ersten Punkt die Streichung von Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 vorsah - dieser Antrag wurde jedoch nach knapp zwei Monaten zurückgezogen.
- 16. Oktober 1945 - 1946: Karl Geiler (Groß-Hessen)
- 20. Dezember 1946 - 1950: Christian Stock, SPD
- 14. Dezember 1950 - 1969: Georg August Zinn, SPD
- 3. Oktober 1969 - 1976: Albert Osswald, SPD
- 12. Oktober 1976 - 1987: Holger Börner, SPD
- 23. April 1987 - 1991: Walter Wallmann, CDU
- 5. April 1991 - 1999: Hans Eichel, SPD
- 7. April 1999 - : Roland Koch, CDU
Mitglieder der Hessischen Landesregierung.
Wappen und Flagge
Das Wappen zeigt auf blauem Grund einen steigenden Löwen, der neunmal silbern und rot geteilt ist. Der Löwe wurde ursrpünglich vom Landgrafen von Thüringen benutzt und wird heute in Hessens Wappen verwendet, da das Gebiet des heutigen Hessens bis 1247 zu deren Herschaftsgebiet gehörte.
Die Landesflagge ist rot-weiß; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das Landeswappen.
Bevölkerung
Der größte Teil der hessischen Bevölkerung lebt im südlichen Landesteil entlang der Gebiete um die Flüsse Rhein und Main (siehe auch Rhein-Main-Gebiet). Ein weiterer Ballungsraum ist die Gegend um das nordhessische Kassel.
Die hessische Mundart, das fränkische Hessisch-Nassauisch, gehört zum Westmitteldeutschen innerhalb der deutschen Sprache an.
Etwa 43 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau, von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an. Etwa 26 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses; das Landesgebiet gehört zu den Diözesen Fulda, Limburg und Mainz.
Verwaltungsgliederung
Regierungsbezirke
Hessen ist seit 1981 verwaltungsmäßig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie Städte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden.
Landkreise
Gemeinde
Kreisfreie Städte
- Darmstadt (DA) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Frankfurt am Main (F) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Kassel (KS) (Reg.-Bez. Kassel)
- Offenbach am Main (OF) (Reg.-Bez. Darmstadt)
- Wiesbaden (WI) (Reg.-Bez. Darmstadt)
Städte und Gemeinden
Mit Frankfurt am Main liegt eine der wichtigsten deutschen Städte im Bundesland Hessen. Die eigentliche Stadt hat 655.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Im ganzen Ballungsraum Rhein-Main lebt über die Hälfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen Städte befinden sich hier: Wiesbaden (272.000 Einwohner), Darmstadt (140.000), Offenbach am Main (119.000), Hanau (89.000), Rüsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der Höhe (52.000).
Die größte Stadt der übrigen Landesteile ist Kassel, die historische Hauptstadt Nordhessens, mit 199.000 Einwohnern heute die drittgrößte Stadt des Landes. Marburg (79.000 Einwohner), Gießen (73.000) und Wetzlar (53.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (63.000) in Osthessen.
In Frankfurter Umland liegen neun weitere Städte mit mehr als 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Dietzenbach und Mörfelden-Walldorf). An der südhessischen Bergstraße liegen drei weitere Städte dieser Größenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion für den dünn besiedelten Westen des Landes.
Größte Städte
Eine Auflistung aller Städte und Gemeinden des Landes finden Sie in der Liste der Orte in Hessen.
Regionen
Wirtschaft
Das Rhein-Main-Gebiet in Südhessen besitzt nach dem Ruhrgebiet die größte Industriedichte in Deutschland. Hier sind chemisch-pharmazeutische Industrie, Maschinen- und Fahrzeugbau und, vor allem in Frankfurt am Main, Dienstleistungsunternehmen ansässig. Offenbach ist bekannt für seine Lederindustrie, Hanau als Standort der Materialforschung und -verarbeitung, Rüsselsheim als Standort der Automobilindustrie und Wetzlar mit dem Zentrum der optischen- und feinmechanischen Industrie sowie der Schwerindustrie.
Etwa 1/3 der hessischen Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.
Im hessischen Biblis befindet sich eines der deutschen Atomkraftwerke.
Ende Januar 2005 zählte Hessen 278.508 Erwerbslose, somit beträgt die Arbeitslosenquote 9,3 % (8,4 % im Vorjahrsmonat). Mit 7,2 % hat der Arbeitsamtbezirk Frankfurt die niedrigste Quote, während der Arbeitsamtbezirk Kassel mit 13,3 % die höchste Quote landesweit aufweist.
Die größten Arbeitgeber in Hessen
# Sparkasse
# Deutsche Lufthansa
# REWE
# Deutsche Bahn
# Adam Opel
# Deutsche Bank
# Siemens AG und Siemens VDO Automotive
# Volkswagen
# Fraport
# Dresdner Bank
# Buderus
# Philips
Geschichte
Antike
Der Name Hessen geht auf den germanischen Stamm der Chatten, der im historischen Kernraum um die Flüsse Fulda und Eder und zwischen den Oberläufen der Flüsse Lahn und Werra, also im Raum Niederhessen bzw. Nordhessen und Oberhessen bzw. Mittelhessen siedelten, zurück, und bezeichnet ursprünglich die hier ansässigen Nachkommen der germanischen Chatten.
Die Chatti (lat., sprich [xatən] mit ch wie in ach) sind die Stammväter der Hessen, ihr Versammlungsort war das Thingfeld zwischen Fritzlar und Gudensberg, südlich von Kassel. Chatten (Chatti--> Hatti--> Hassi (um 700)--> Hessi (738)--> Hessen) und Friesen sind übrigens die einzigen germanischen Stämme, die sowohl ihren Namen als auch ihr Siedlungsgebiet bis in die Gegenwart beibehalten haben.
In einigen Teilen des modernen Hessens siedelten ursprünglich Kelten. Im Jahr 6. v.Chr. fand eine Schlacht um das Oppidum am Dünsberg statt, welche von den Römern gewonnen wurde. Nach der Schlacht erfolgte die Zerstörung des Oppdiums durch Römische Truppen
und der Einfluss der Kelten in der Region ging zurück.
Um die Zeitenwende zogen viele Kelten fort und die zurückgebliebenen Kelten vermischten sich mit den zuziehenden Germanen. Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts wurde das spätere Südhessen dann römisch, während der Norden (Nieder- und Oberhessen) im Einflussbereich der Chatten verblieb.
Durch das spätere Hessen verlief der Obergermanische Limes, von dem vor allem im Taunus noch zahlreiche Reste zu sehen sind (Saalburg).
Mittelalter
Im 6. Jahrhundert geriet Hessen unter fränkischen Einfluss. Bonifatius, der "Apostel der Deutschen", missionierte dort und in Thüringen etwa ab 720. 723 fällte er die Donareiche bei Fritzlar und leitete damit die Christianisierung der Chatten und benachbarten Stämme ein. 724 gründete er das Kloster Fritzlar und das benachbarte Bistum Büraburg, 744 das Kloster Fulda. Seit dem 8. Jahrhundert entwickelte sich im späteren südöstlichen Landesteil die Via Regia, die das fränkische Stammesherzogtum um Mainz mit der Königspfalz Frankfurt, den Abteien Fulda und Hersfeld sowie dem Handels- und Missionsstützpunkt Erfurt verband.
Durch König Konrad II. erhält eine Grafenfamilie Werner von Grüningen aus Schwaben Einfluss im Reich. Ab 1027 sind sie Inhaber der hessischen Grafschaft Maden und gewinnen andere Grafschaften an der Lahn dazu. Graf Werner I. fällt 1040 in Böhmen; Werner II. 1053 in Civitate im der Normannenschlacht; in den Annalen Lamperts von Hersfeld heißt es, Werner III. sei mit Erzbischof Adalbert von Bremen mächtiger als Heinrich IV. gewesen. Außerdem erhalten sie die Klöster Hasungen und Kaufungen sowie das von Werner IV. 1113 gegründete Kloster Breitenau, welcher 1121 stirbt. Damit waren sie teilweise fast so mächtig wie die Konradiner in Hessen.
Durch Erbschaft und Heirat fielen die hessischen Grafschaften im Fulda-Eder-Raum von 1122-1247 unter die Herrschaft der Ludowinger, die ab 1130 auch Landgrafen von Thüringen waren. Nach dem Aussterben der Ludowinger erstritt im hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg (1247-1264) die Landgrafentochter Sophie, verheiratete Herzogin von Brabant, für ihren Sohn Heinrich I. von Hessen, auch Heinrich das Kind genannt, wieder die Unabhängigkeit Hessens vom thüringischen Erbe der Ludowinger, welches an die sächsischen Wettiner fiel.
1292 wird die neue Landgrafschaft Hessen, Hauptstadt Kassel, vom Kaiser als Reichsfürstentum bestätigt. Im HRR zählten ab den Spätmittelalter Herzöge, Land-, Mark- und Pfalzgrafen zum Fürstenstand und waren damit den Herzögen gleichgestellt. Das Haus Hessen regiert in Hessen bis 1866 (Hessen-Kassel) b.z.w. 1918 (Hessen-Darmstadt).
Renaissance
Philipp der Großmütige machte Hessen in der Reformationszeit zu einer die deutsche Geschichte wesentlich beeinflussenden Macht. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Territorium Hessen bereits durch Erbschaft, vor allem der Grafschaft Katzenelnbogen, nennenswerte Erweiterungen im Rhein-Main-Raum erfahren.
Nach dem Tod von Philipp I., dem Großmütigen wurde Hessen 1567 nach altertümlichen Erbregeln im so genannten Vierbrüdervergleich in vier Staaten geteilt: Wilhelm IV. erhielt mit Hessen-Kassel die Hälfte des Landes, Ludwig IV. erhielt Hessen-Marburg, Philipp II. Hessen-Rheinfels und Georg I. Hessen-Darmstadt. Hessen-Rheinfels ging 1583 im Erbgang in den Besitz von Hessen Kassel und Hessen-Darmstadt über, Hessen-Marburg fiel 1604 auf gleichem Wege an Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt. Später spaltete sich zeitweise die Landgrafschaft Hessen-Rotenburg von Hessen-Kassel, Hessen-Homburg von Hessen-Darmstadt ab.
19. Jahrhundert
1803 erfuhr die Landgrafschaft Hessen-Kassel durch den Reichsdeputationshauptschluss die Aufwertung zum Kurfürstentum Hessen (Kurhessen), Kassel war weiterhin Residenz- und Hauptstadt. 1816 geht das vormalige Fürstbistum Fulda als Großherzogtum Fulda in den kurhessischen Staat ein. Die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde 1806 zum Großherzogtum Hessen erhoben.
Im Deutsch-Österreichischen Krieg von 1866 stand der hessische Kurfürst auf der Seite von Österreich. Nach dem Sieg Preußens wurde der Kurfürst verbannt, und Preußen verleibte sich das Kurfürstentum ein. Ähnlich erging es Nassau; der letzte nassauische Herzog Adolf wurde 1890 Großherzog von Luxemburg. Enge Verbindungen zum russischen Zarenhaus bewahrten den gleichfalls mit Österreich verbündeten Darmstädter Großherzog und sein Land vor einem gleichen Schicksal - Preußen wollte keine Konfrontation mit Russland herausfordern. Doch musste auch das Großherzogtum Hessen-Darmstadt einige (relativ moderate) Gebietseinbußen zu Gunsten Preußens hinnehmen und in ein enges Bündnis mit Preußen eintreten. 1868 entstand aus dem besetzten Kurfürstentum Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg, dem Herzogtum Nassau, der Freien Stadt Frankfurt am Main, einigen Landstrichen des Großherzogtums Hessen-Darmstadt (sog. "Hinterland" mit Biedenkopf, Vöhl an der Eder) und zwei kleinen bayerischen Grenzgebieten die preußische Provinz Hessen-Nassau.
20. Jahrhundert
Auch in der Weimarer Republik existierten weiterhin Hessen-Nassau als preußische Provinz und Hessen(-Darmstadt) als Volksstaat Hessen. 1929 wurden der Freistaat Waldeck und 1932 der Kreis Wetzlar aus der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau eingegliedert. 1944 wurde die Provinz Hessen-Nassau in Anlehnung an die Reichsverteidigungsbezirke in die Provinzen Kurhessen und Nassau aufgeteilt. Die Provinz Nassau umfaßte nun aber auch das einst kurhessische Main-Kinzig-Gebiet (Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern).
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Land Hessen auf dem Gebiet der amerikanischen Besatzungszone hergestellt. Die amerikanische Militärregierung vereinigte am 19. September 1945 durch die Proklamation Nr. 2 die ehemaligen preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau und den Volksstaat Hessen zum Land "Großhessen". Nicht einbezogen wurden allerdings jene Gebiete, die Teil der französische Besatzungszone geworden waren. Dies waren die nassauischen Kreise Sankt Goarshausen, Unterlahn, Ober- und Unterwesterwald und die linksrheinischen Teile des ehemaligen Volksstaates Hessen (die einstige Provinz Rheinhessen, von der nur einige rechtsrheinische Mainzer Vororte hessisch blieben). Diese französisch besetzten Gebiete fielen 1946 als Regierungsbezirke Montabaur (ehemals nassauische Kreise) und Rheinhessen an Rheinland-Pfalz.
Die Hessische Verfassung wurde von der Verfassungsberatenden Landesversammlung in Wiesbaden am 29. Oktober 1946 beschlossen, trat am 1. Dezember 1946 durch Volksabstimmung in Kraft und war damit die erste Nachkriegsverfassung Deutschlands. Damit wurde auch der Name des Landes von "Großhessen" in "Hessen" geändert. Hauptstadt ist die vormalige nassauische Residenz Wiesbaden. Das Land Hessen galt lange Jahre als besonders fortschrittlich und wegweisend ("Hessen vorn").
Dialekt
Das Hessische (das heißt die nördlichen Dialekte des Rheinfränkischen) gehört zu der mitteldeutschen Dialektgruppe und weist in den verschiedenen Landesteilen starke Unterschiede auf. Dieses wird nördlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und reicht bis einschließlich Siegen und Kassel im Norden. Südlich davon werden die südlichen Dialekte des Rheinfränkischen (Rheinfränkisch i.e.S.) gesprochen. In den Ballungsgebieten allerdings sind Dialekte sehr selten zu hören, es herrscht das Hochdeutsche vor.
Das in Rundfunk und Fernsehen häufiger gebrauchte und irreführend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch unterscheidet sich grundsätzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie heute zum Teil noch in Nieder-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der südhessische Dialekt weist deutlich Unterschiede von der in Radio und Fernsehen propagierten Mundart auf und wird wie alle hessischen Dialekte heute stark bedrängt.
Literatur
Allgemeine Literatur zu Hessen
- Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9
Literatur zur Kunstgeschichte von Hessen
- Renate Liebenwein, Stefan Rothe: Die Blauen Bücher, Kaiserpfalz und Wolkenkratzer. Kunst in Hessen. Langewiesche Verlag, Königstein im Taunus 2000, ISBN 3-7845-4612-9
Literatur zur Natur in Hessen
- Hans Joachim Fröhlich: Wege zu alten Bäumen. Band 1 - Hessen. WDV Wirtschaftsdienst, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-926181-06-0
- Hermann-Josef Rapp (Hrsg.): Reinhardswald. Eine Kulturgeschichte. Euregio, Kassel 2002, ISBN 13-933617-12-X
Siehe auch
- Portal:Hessen
- Dialekte in Hessen
Weblinks
- [http://www.hessen.de www.hessen.de]
- [http://www.hessischer-landtag.de www.hessischer-landtag.de]
- [http://atlas.umwelt.hessen.de/ Umweltatlas Hessen], offizielles Informationsangebot mit zahlreichen Karten und Daten zu naturräumlichen und geografischen Grundlagen (Geologie, Landschaft, Wasser, Verkehr, Bevölkerung, Flächennutzung, Planung ...)
- [http://www.stadtplandienst.de/hessen.asp Hessen im Deutschen Stadtplandienst]
-
als:Hessen
ja:ヘッセン州
ko:헤센 주
Göttingen
Göttingen ist eine traditionsreiche Universitätsstadt im Südosten des Bundeslandes Niedersachsen. Sie ist nach Hannover, Braunschweig, Osnabrück und Oldenburg (Oldb) die fünftgrößte Stadt und eines der Oberzentren des Landes. Göttingen ist Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises und war bis 1964 eine kreisfreie Stadt. Damals wurde sie durch das vom Landtag in Niedersachsen verabschiedete so genannte "Göttingen-Gesetz" in den Landkreis Göttingen integriert, wird jedoch weiterhin den kreisfreien Städten gleichgesetzt, sofern "dieses Gesetz nichts anderes bestimmt". Größere Städte in der Nähe sind Kassel, ca. 38 km südwestlich, Braunschweig, ca. 92 km nordöstlich und Hannover, ca. 94 km nördlich von Göttingen. Die Einwohnerzahl der Stadt Göttingen überschritt 1965 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Die Stadt Göttingen ist Teil der geplanten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen.
Geografie
Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen
Göttingen liegt an der Grenze der Leine-Ilme-Senke gegen den Göttingen-Northeimer Wald, im Tal der Leine am Fuße des Hainberges im Osten und des Egelsbergs beziehungsweise Kleinen Hagens im Westen.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Göttingens ist in 18 Stadtbezirke beziehungsweise Stadtteile eingeteilt. Einige der Stadtteile sind allein oder mit benachbarten Stadtteilen zusammen Ortschaften im Sinne der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO). Sie haben einen vom Volk gewählten Ortsrat, der je nach Einwohnerzahl der Ortschaft zwischen 9 und 13 Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortsrat ist ein Ortsbürgermeister. Die Ortsräte sind zu wichtigen, die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt jedoch dem Rat der Stadt Göttingen.
Trotz der Zusammenlegung von ehemals eigenständigen Gemeinden zu Ortschaften sind die Dörfer eigenständig geblieben.
Siehe auch:
- Die Göttinger Stadtbezirke und Ortschaften
Nachbargemeinden
Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Göttingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Göttingen: Flecken Bovenden, Waake (Samtgemeinde Radolfshausen), Gleichen, Friedland, Rosdorf, Stadt Dransfeld (Samtgemeinde Dransfeld) und Flecken Adelebsen
Geschichte
Göttingen geht auf ein Dorf zurück, dass sich archäologisch bis ins 7. Jahrhundert nachweisen lässt. Dieses Dorf wurde 953 unter dem Namen "Gutingi" erstmals in einer Urkunde Ottos I. erwähnt. Archäologische Funde weisen auf ein ausgebildetes Handwerk hin und lassen auf weitreichende Handelsbeziehungen schließen.
Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt etwa zwischen 1150 und 1200 wurde nordwestlich dieses Dorfs eine Stadt gegründet, die den Ortsnamen weiterführte. Stadtgründer war wahrscheinlich Heinrich der Löwe. Um 1200 besaß Göttingen bereits die Stadtrechte. Das nunmehr so genannte "Alte Dorf" gliederte sich allmählich vollständig in die Stadt ein. Von 1351 bis 1572 war Göttingen Mitglied der Hanse. Über das Fürstentum Calenberg-Göttingen kam die Stadt 1584 an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, 1635 an Calenberg und 1692 schließlich zum Kurfürstentum Hannover. 1737 wurde die Georg-August-Universität eröffnet. 1806 war die Stadt vorübergehend preußisch, kam dann 1807 zum Königreich Westfalen, doch 1813 erneut zu Hannover, das ab 1814 zum Königreich erhobenen wurde. Hier wurde Göttingen 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten "Landdrostei Hildesheim" gehörte. Die Stadt selbst genoss jedoch von Anfang an eine gewisse Selbständigkeit. Das Amt Göttingen wurde in der Folgezeit mehrfach verändert.
1854 wurde Göttingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Heute halten die meisten ICE in Nord-Süd-Richtung in Göttingen.
1866 kam Göttingen mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen. 1885 erhielt Göttingen den Status einer Kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Göttingen hervorgegangenen Landkreises Göttingen. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in der Nähe von Göttingen das Jugendkonzentrationslager Moringen, das 1945 befreit wurde. Aus der Landdrostei Hildesheim ging der neue Regierungsbezirk Hildesheim hervor, zu dem Stadt- und Landkreis Göttingen fortan gehörten. Diese Verwaltungszugehörigkeit veränderte sich für die Stadt Göttingen erst im Jahre 1964, als sie durch das so genannte Göttingen-Gesetz wieder dem Landkreis Göttingen eingegliedert wurde. Im Rahmen der Kreisreform wurde 1973 der Landkreis Göttingen um die aufgelösten Landkreise Duderstadt und Hannoversch Münden vergrößert.
Anfang der 1990er Jahre geriet Göttingen wegen der sogenannten "Scherbendemos" der Autonomen Antifa in die Schlagzeilen. Zwischen 1990 und 2000 gab es aus dieser linksradikalen Bewegung zahlreiche Aktionen, welche ein bundesweites Medienecho auf sich zogen.
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden wurden nach Göttingen eingegliedert:
- 1963: Herberhausen
- 1964: Geismar, Grone, Nikolausberg und Weende
- 1973: Deppoldshausen, Elliehausen, Esebeck, Groß Ellershausen, Hetjershausen, Holtensen, Knutbühren und Roringen
Einwohnerentwicklung
1973
Die Einwohnerentwicklung weist seit dem Mittelalter ein Wachstum auf, das sich mit Beginn der frühen Neuzeit stark beschleunigt hat. 1985 wurden mit 132.100 Einwohnern ein vorläufiger Höchsstand erreicht.
Ende des Jahres 2004 hatte Göttingen 129.500 Einwohner.
Studentenzahlen der Uni Göttingen 2004: Sommersemester: 23.446, Wintersemester: 24.398
Studentenzahlen der Uni Göttingen 2005: Sommersemester: 23.649, Wintersemester: 24.400
Quelle: Studierendenstatistik der Universität Göttingen, Stabsstelle DV der Zentralverwaltung, Stand: 21.10.2005).
Siehe auch: Daten zur Einwohnerentwicklung in Göttingen.
Religionen
Das Gebiet der Stadt Göttingen gehörte anfangs zum Erzbistum Mainz beziehungsweise zu dessen Archidiakonat Nörten. 1528 wurden die Schriften Martin Luthers in der Stadt verbreitet und 1529 wurde die erste protestantische Predigt in Göttingen in der Paulinerkirche gehalten. Danach war Göttingen über viele Jahrhunderte eine fast ausschließlich lutherische Stadt. 1530 erhielt die Stadt eine neue Kirchenordnung mit einem Stadtsuperintendenten, welcher dem Landessuperintendenten in Grubenhagen unterstand. Alle Kirchengemeinden der Stadt bildeten einen Gesamtverband. Über das Fürstentum Calenberg-Göttingen kam die Stadt 1584 an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, 1634 an Braunschweig-Lüneburg und mit diesem schließlich zum Kurfürstentum und späteren Königreich Hannover. Hier wurde Göttingen Sitz eines Sprengels, zu dem mehrere Kirchenkreise, darunter auch der Kirchenkreis Göttingen gehört. Alle protestantischen Kirchengemeinden der Stadt Göttingen gehören heute - sofern es sich nicht um Freikirchen handelt - zum Kirchenkreis Göttingen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.
Ab 1713 wurden in Göttingen auch reformierte Hausgottesdienste gehalten, 1736 gab es französisch-reformierte Gottesdienste. Dies alles führte 1748 zur Gründung einer reformierten Gemeinde, die 1752 in die Konföderation reformierter Kirchen in Niedersachsen aufgenommen wurde. 1928 war die reformierte Gemeinde Göttingens Gründungsmitglied des Bundes Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands, dem sie heute noch angehört.
Ab 1746 wurden für die Studenten in Göttingen auch wieder katholische Gottesdienste erlaubt, ein Jahr später auch für alle Einwohner der Stadt, doch konnte erst 1787 die erste katholische Kirche (St. Michael) nach der Reformation gebaut werden. 1825 entstand eine selbständige Pfarrgemeinde, die zum Bistum Hildesheim gehörte. 1929 wurde eine zweite katholische Kirche gebaut, die Pauluskirche. Später wurde Göttingen Sitz eines Dekanats des Bistums Hildesheim, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten, gegründet 1894), eine Mennoniten-Gemeinde (gegründet 1946), die Evangelische Freikirche Ecclesia, eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und die Orth Harald Kirche, eine Freie Evangelische Gemeinde (FeG).
In Göttingen gibt es auch eine seit dem 16. Jahrhundert nachweisbare jüdische Gemeinde, deren Synagoge in der Reichspogromnacht 1938 niedergebrannt wurde. Der jüdische Friedhof neben dem Stadtfriedhof hat die Zeit des Nationalsozialismus erstaunlich gut überstanden. Mittlerweile gibt es wieder ein reges jüdisches Gemeindeleben. Zum Jahresbeginn 2004 konnte in der Angerstraße ein neues Gemeindezentrum eingeweiht werden. Am 06. Februar 2004 konnte der erste Erew-Shabbat-Gottesdienst im neuen Gotteshaus gefeiert werden.
Ebenso gibt es mehrere muslimische Gemeinden. Momentan wird eine repräsentative Moschee in Grone gebaut.
Darüber hinaus ist auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Neuapostolische Kirche in Göttingen vertreten.
Politik
Neuapostolische Kirche
An der Spitze der Stadt stand schon seit dem 12. Jahrhundert der Rat mit 24 Ratsherren. Ab 1319 unterstand auch die Neustadt dem Rat. Die Wahl des Rates erfolgte am Montag nach dem Michaelistag. Ab 1611 wurden die 24 Ratsherren von der gesamten Bürgerschaft gewählt. Der Rat wählte aus seiner Mitte den Bürgermeister. Ab 1669 gab es nur noch 16 Ratsherren, später nur noch 12. Ab 1690 wurde das Stadtregiment völlig neu geordnet. Danach gab es den Rat, der aus dem Gerichtsschulze, 2 Bürgermeistern, dem Syndikus, dem Stadtsekretär und 8 Ratsherren, die von der Regierung zu wählen waren, bestand. Während der Zugehörigkeit der Stadt zum Königreich Westfalen leitete ein Maire die Stadtverwaltung. Ihm stand ein Munizipalrat zur Seite. 1831 wurde ein neues Verfassungs- und Verwaltungsreglement erlassen. Danach gab es einen Bürgermeister beziehungsweise ab 1844 einen Oberbürgermeister. Mit der neuen Städteordnung von 1852 gab es wieder einen Bürgermeister, der ab 1885 erneut den Titel Oberbürgermeister trug. Während des Dritten Reichs wurde das Stadtoberhaupt von der Partei eingesetzt.
1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Daneben gab es ab 1946 einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 2000 wurde in Göttingen die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird seit 1999 direkt vom Volk gewählt. Es gibt jedoch weiterhin einen eigenen Vorsitzenden des Rates, der nach jeder Kommunalwahl bei der konstituierenden Sitzung des Rates aus dessen Mitte gewählt wird.
Siehe auch: Liste der Oberbürgermeister, Oberstadtdirektoren und Ratsmehrheiten
Wappen
Das Wappen der Stadt Göttingen zeigt in geteiltem Schild: Oben in Blau auf silbernem Bogen drei silberne rotbedachte Türme, der mittlere mit goldenem Knauf und begleitet von vier goldenen Kugeln (2:2), die seitlichen vierfenstrig, mit goldener Kreuzblume; unten in Rot ein linkshin schreitender blaubewehrter goldener Löwe. Die Stadtflagge ist schwarz-gold.
Das Wappen ist bereits seit 1278 nachweisbar und wurde in seiner heutigen Form zuletzt 1961 in der Hauptsatzung der Stadt festgelegt. Zeitweise verwendete die Stadt auch ein einfacheres Wappen, das in Schwarz den golden gekrönten, goldenen Großbuchstaben G zeigte.
Städtepartnerschaften
Göttingen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- Thorn (Polen), seit 1978
- Cheltenham (Vereinigtes Königreich), seit 1951
- Pau (Frankreich), seit 1982
- Lutherstadt Wittenberg (Sachsen-Anhalt), seit 1988
- La Paz Centro (Nicaragua), seit 1989 (nur "Solidaritätsvereinbarung")
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Nicaragua
Durch das westliche Stadtgebiet von Göttingen führt von Nord nach Süd die Bundesautobahn 7 Hannover - Kassel - Würzburg. Südlich von Göttingen entsteht mit dem Dreieck "Drammetal" der Anschluss an die Bundesautobahn 38 nach Halle (Saale) und Leipzig. Ferner führen die Bundesstraßen 3 und 27 durch Göttingen.
Der Bahnhof Göttingen liegt an der Neubaustrecke Hannover-Würzburg und ist damit eine Haltestelle des ICE. Ferner verkehren von hier direkte ICE über Braunschweig nach Berlin. Im alten Streckennetz liegt Göttingen an der Nord-Süd-Hauptstrecke von Hamburg über Hannover aus Norden und nach Fulda bzw. Frankfurt (Main) im Süden. Nahe Göttingen zweigt eine Nebenstrecke in den Solling ab, in Richtung Bodenfelde und Altenbeken.
Die nächsten Flughäfen sind in Hannover, Kassel und Paderborn.
Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen die Buslinien der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB).
Vielfach bevorzugtes Verkehrsmittel in der Studentenstadt ist allerdings das Fahrrad. Durch seine weitgehend hügellose Lage ist der Stadtkern mit seinen vielen Fahrradwegen sehr einladend. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten werden rund um die Uhr Kontrollen und – in unregelmäßigen Abständen, vornehmlich im Nahbereich der Universität – auch Razzien durchgeführt
Medien
Printmedien: In Göttingen erscheint als einzige lokale Tageszeitung das Göttinger Tageblatt, das vom Madsack-Verlag herausgegeben wird. Wöchentlich erscheinen die kostenlosen Anzeigenblätter blick (ebenfalls Madsack) und EXTRA TIP. Darüber hinaus gibt es die Initiative zur Gründung einer "unabhängigen und genossenschaftlich organisierten" Wochenzeitung, der Göttinger Wochenzeitung. Alle 1-2 Wochen erscheint die als linksradikal wahrgenommene Göttinger Drucksache. Monatlich erscheinen die Stadtmagazine 37°, diggla, pony, publiker, tagessatz und trends&fun sowie vierteljährlich das Regionaljournal für Südniedersachsen regjo.
Radiosender: Zwar ist in Südniedersachsen der Hessische Rundfunk mit seinen Programmen schon gut zu empfangen, stärkster überregionaler Radiosender ist aber der NDR, der in Göttingen mit einem eigenen TV- und Hörfunkstudio vertreten ist. Darüber hinaus gibt es die Privatsender Antenne, ffn, die in Göttingen ebenfalls kleine Studios eingerichtet haben, sowie Radio 21 und seit 1997 das nichtkommerzielle Lokalradio Stadtradio Göttingen.
Internetportale: Wichtige lokale Internetadressen sind zum Beispiel das Portal der Göttinger Stadtverwaltung, der Marktplatz-Südniedersachsen , das Internetportal goettingeneins und das linksalternative Internetmagazin goest.
Filmstadt Göttingen
1945 - 1960 war Göttingen Produktionsstätte zahlreicher Spielfilme u. a.
- 1949 - Liebe 47 (Regie: Wolfgang Liebeneiner Hauptdarstellerin: Hilde Krahl, nach Wolfgang Borcherts Stück "Draußen vor der Tür")
- 1950 - Frauenarzt Dr. Prätorius (Regie: Curt Goetz und Karl Peter Gillmann, Darsteller: Curt Goetz, Valerie von Martens, Albert Florath, Rudolf Reif, Erich Ponto)
- 1951 - Das Haus in Montevideo (Regie: Curt Goetz und Valerie von Martens, Darsteller: Curt Goetz, Valerie von Martens, Albert Florath)
- 1953 - Hokuspokus (Regie: Kurt Hoffmann, Darsteller: Curt Goetz, | | |